Gericht prüft: Ist Dieter Bohlen ein Künstler?

+
Ist Dieter Bohlen nun ein Künstler oder nicht? Diese Frage muss in der kommenden Woche das Bundessozialgericht in Kassel klären.

Kassel - Ist Dieter Bohlen nun ein Künstler oder nicht? Diese Frage muss in der kommenden Woche das Bundessozialgericht in Kassel klären.

Das Gericht will am 1. Oktober zumindest entscheiden, ob der Musiker und Produzent und die anderen Jury- Mitglieder der RTL-Show “Deutschland sucht den Superstar“ zu Zahlungen an die Künstlersozialkasse verpflichtet sind. Dabei geht es um Beiträge von mehr als 173 000 Euro, wie das Gericht am Dienstag mitteilte.

Bohlen und seine Kollegen hatten nach Angaben des Gerichts für die Arbeit bei RTL zwischen 2001 und 2005 etwa vier Millionen Euro erhalten. Die einzelnen Beträge hätten allerdings zwischen 60 000 und 1,2 Millionen Euro pro Person und Staffel geschwankt. Die von der Künstlersozialkasse als Teil der gesetzlichen Sozialversicherung geforderten Beiträge wollte RTL jedoch nicht zahlen: Die Jurymitglieder seien Experten, keine Künstler.

In der Vorinstanz hatten die Richter den Juroren allerdings den Status als Künstler zuerkannt. Bohlen selbst wird vermutlich genauso wenig vor Gericht erscheinen wie vor eineinhalb Jahren die Boxer Wladimir und Vitali Klitschko. Die Künstlersozialkasse hatte beiden einen Beitragsbescheid über 25 000 Euro geschickt, weil sie in der Fernsehreklame auch Schauspieler seien. “Die Werbefilme der Doctores Klitschko gehören zur Darstellenden Kunst. Dass dabei möglicherweise kein hohes Niveau erzielt wird, ist rechtlich egal“, hatte die Kasse argumentiert.

Das hatte das Bundessozialgericht damals nicht so gesehen: “Sportler wie die Klitschkos werden nicht wegen ihrer darstellerischen Fähigkeiten, sondern wegen ihrer Prominenz und ihrer Vorbildfunktion verpflichtet. Damit sind sie eben keine Künstler.“

dpa

Kommentare