Ein Song Contest der Superlative

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Siegerin 2010: Lena Meyer-Landrut

Düsseldorf - Düsseldorf rüstet sich für den Eurovision Song Contest 2011. Oberbürgermeister Elbers verspricht das größte Musikereignis, "was es jemals in Deutschland gegeben hat". Die beeindruckenden Details.

Die Zahlen klingen atemberaubend: 160 Millionen Fernsehzuschauer aus 150 Ländern, bis zu 30.000 Gäste, 2.000 Journalisten und mehr als 140 Millionen Euro Werbeeffekt.

Düsseldorf freut sich auf die Ausrichtung des Eurovision Song Contest im Mai 2011. Mit der Vergabe des Grand Prix an die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt beginnen nun die Vorbereitungen auf das nach Aussage von Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) größte Musikereignis, “was es jemals in Deutschland gegeben hat“. Nachdem die anfängliche Begeisterung über den Zuschlag abgeklungen ist, treten nun die ersten Probleme ans Tageslicht. Insbesondere die Hotelsituation steht im Fokus der Öffentlichkeit. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes verfügt die Landeshauptstadt über rund 220 Hotels mit 23.000 Betten. In Anbetracht der Tatsache, dass zeitgleich zum Grand Prix mit der “Interpack“ die weltgrößte Messe der Verpackungsindustrie mit 180.000 Besuchern in Düsseldorf stattfindet, wird bereits ein Wettkampf zwischen Messeteilnehmern und Grand-Prix-Besuchern um verfügbare Hotelbetten befürchtet.

Hotelkapazitäten reichen nicht aus

“Es ist zu erwarten, dass die Kapazitäten in Düsseldorf wahrscheinlich nicht ausreichen werden“, sagte Thorsten Hellwig vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Niederrhein. Auch wenn die Düsseldorfer Innenstadt im Zentrum des Besucherinteresses stehe, werde der Grand Prix unweigerlich auch auf das Umland “ausstrahlen“. Vom Ruhrgebiet über den Niederrhein bis nach Köln und Bonn könnten Hotelbetreiber vom Gästeansturm profitieren. Nach Aussagen des für den Song Contest verantwortlichen NDR wurde die Terminkollision im Vorfeld thematisiert. “Die Stadt Düsseldorf hat uns versichert, dass genügend Hotelkapazitäten zur Verfügung stehen“, sagte NDR-Sprecher Martin Gartzke. Auch wenn Gäste auf andere Städte in der Region ausweichen müssten, werde es sich immer noch um eine “zumutbare Distanz“ handeln.

1.600 Hotelzimmer geblockt

Die mehr als 40 Delegationen aus den Teilnehmerländern sowie der Tross an Journalisten werden sich allerdings keine Gedanken über Ausweichmöglichkeiten in Köln oder Essen machen müssen. Bereits im Vorfeld wurden rund 1.600 Hotelzimmer in den größten Düsseldorfer Hotels für Offizielle geblockt, sagte der Geschäftsführer des Dehoga Düsseldorf, Rainer Spenke. Spekulationen über eine Verschiebung der Verpackungsmesse “Interpack“ erteilte die Messe Düsseldorf eine klare Absage. “Das ist überhaupt nicht möglich“, sagte Messe-Sprecherin Eva Rugenstein. Die vom 12. bis 18. Mai stattfindende Messe sei mit ihren 2.600 Ausstellern bereits ausgebucht und zudem im weltweiten Kalender der Großmessen integriert. Im Vorfeld der Bewerbung habe es von der Stadt zwar theoretische Überlegungen über eine Verschiebung gegeben, “man war sich aber schnell einig, dass das nicht möglich ist“, sagte Rugenstein. Nun werde darauf gesetzt, dass sowohl der Song Contest als auch die Messe reibungslos parallel laufen. Wie die sicherheitstechnischen Rahmenbedingungen für die Großveranstaltung aussehen, lässt sich nach Angaben der Düsseldorfer Polizei noch nicht abschätzen. “Wir stehen noch absolut am Anfang der Planung“, sagte ein Sprecher. Angesichts der zeitgleichen Messe gehe die Polizei aber schon jetzt von einem “sehr großen Verkehrseinsatz“ aus. Auch in der Stadtverwaltung beginnt nun die Arbeit. Eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe soll aufgestockt werden und sich um die Vorbereitungen kümmern, sagte ein Stadtsprecher.

Noch kein Kartenverkauf

Fans, die beim Grand Prix in der Düsseldorfer Arena dabei sein möchten, müssen sich noch etwas in Geduld üben. Bevor der offizielle Ticketverkauf beginnt, legt der NDR zunächst das genaue Veranstaltungskonzept fest und klärt, wie viele Plätze überhaupt zur Verfügung stehen. Das kann allerdings noch einige Wochen dauern, sagte NDR-Sprecher Gartzke. Angesichts zahlreicher Ticketanfragen zeichne sich aber schon jetzt eine “große Nachfrage“ ab. Die ARD-Intendanten gaben am Dienstag auf Vorschlag des NDR Düsseldorf den Zuschlag für die Ausrichtung des Eurovision Song Contest 2011. Im Rennen waren auch Berlin, Hamburg und Hannover. Der Grand Prix wird 2011 in Deutschland ausgerichtet, nachdem die deutsche Song-Contest-Teilnehmerin Lena Meyer-Landrut in diesem Jahr den Gesangswettbewerb gewonnen hatte.

dapd

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