35-Jähriger verursachte Unfall und verletzte dabei einen Motorradfahrer schwer

Mit 2,43 Promille am Steuer

Frankenberger Land. Zu einer Geldstrafe von 3600 Euro (90 Tagessätze à 40 Euro) und einem weiteren Fahrverbot von zwölf Monaten hat das Frankenberger Amtsgericht am Montag einen 35-jährigen Mann verurteilt.

Nach Überzeugung des Gerichts war er mit 2,43 Promille Auto gefahren, und hatte beim Abbiegen einem Motorradfahrer die Vorfahrt genommen, der von Rengershausen in Richtung Frankenberg unterwegs war. Dabei wurde der 45-jährige Motorradfahrer schwer verletzt. Nach der Tat hatte sich der Angeklagte unerlaubt vom Unfallort entfernt.

„Sie haben einen Menschen verletzt und sich selbst überlassen“, begründete Richterin Andrea Hülshorst ihr Urteil. Zugunsten des Angeklagten legte sie aus, dass er geständig gewesen war und keine Vorstrafen hatte.

Am 27. Mai diesen Jahres war der Geschädigte mit seinem Motorrad unterwegs. Gegen 12.30 Uhr kam es zum Zusammenstoß mit dem Wagen des Angeklagten. „Ich habe ihn erst gesehen, als er direkt vor mit war“, sagte der Motorradfahrer. Er habe keine Chance gehabt, zu reagieren.

Dreieinhalb Wochen lag der 45-jährige Motorradfahrer im künstlichen Koma. Bei dem Unfall hatte er sich unter anderem abgerissene Arterien im Bauchraum und Frakturen im Beckenbereich zugezogen. Eine konkrete Erinnerung an den Unfall habe er nicht mehr. Der Angeklagte wollte zu Beginn der Verhandlung keine Angaben machen.

Schaulustige hätten das Auto des Angeklagten erkannt und der Polizei mitgeteilt, wo dieser wohne, sagte eine 36-jährige Polizistin als Zeugin aus. Dort traf eine Streife den 35-Jährigen an. „Er wirkte weinerlich und sein Atem roch leicht nach Alkohol“, erzählte die Polizistin. Der Angeklagte räumte schließlich ein, den Wagen gefahren zu haben.

Die Polizisten nahmen den Mann mit zur Wache. Um den Alkoholpegel zu untersuchen, wurde dem 35-Jährigen im Krankenhaus eine Blutprobe entnommen. Seinen Führerschein musste er abgeben.

Im Laufe der Verhandlung räumte der Mann erneut ein, das Auto gefahren zu haben. Der Angeklagte hatte angegeben, ein „mittlerer Trinker“ zu sein. Das sei leicht untertrieben, begann der Vertreter der Staatsanwaltschaft Marburg sein Plädoyer. Er forderte eine Geldstrafe von 3600 Euro und weitere zwölf Monate Fahrverbot. Der Angeklagte sei mit über zwei Promille im Straßenverkehr unterwegs gewesen. Zu seinen Gunsten könne man auslegen, dass er keine Vorstrafen habe. Dem schloss sich der Vertreter der Nebenklage an.

Der Rechtsanwalt des Angeklagten plädierte auf eine Geldstrafe von 2800 Euro (70 Tagessätzen) und weitere zehn Monate Fahrverbot.

Nach dem Urteil verzichteten die Parteien auf Rechtsmittel. Damit ist das Urteil rechtskräftig. (mad)

Quelle: HNA

Kommentare