34-Jähriger wegen Drogendelikten zu Bewährungsstrafe verurteilt

Marburg. Mit einer 18-monatigen Bewährungsstrafe ist ein 34-Jähriger aus dem Frankenberger Land davongekommen. Vor dem Marburger Amtsgericht musste er sich wegen Drogendelikten verantworten.

Das Gericht unter Vorsitz von Richterin Nadine Bernshausen legte ein Geständnis zugunsten des Angeklagten aus. Den Weg dahin bezeichnete die Vorsitzende allerdings als „etwas unvorhersehbaren Ablauf“, der Staatsanwalt Kurt Sippel in Rage gebracht habe.

Die gesamte Anklage fußte auf der geständigen Einlassung des Mannes bei der Polizei. Demnach hat er sich zwischen 2010 und 2011 in sechs Fällen strafbar gemacht. Zweimal habe er 200 beziehungsweise 250 Gramm Amphetamine verkauft, von denen er einen Teil gewinnbringend weitergegeben habe. In drei Fällen habe er Marihuana für 50 bis 200 Euro erworben. Zuletzt fand die Polizei in seinem Wagen „einen Gemischtwarenladen“, wie Sippel es ausdrückte: Haschisch, Marihuana, Amphetamine und Ecstasy in nicht geringen Mengen.

Letzteres räumte der Mann vor Gericht auch ein, von den anderen Taten wollte er jedoch zur Überraschung aller Beteiligter nichts mehr wissen. In einer vorformulierten Erklärung behauptete er, bei der Polizei unter Druck gesetzt worden zu sein. Geständnis oder Untersuchungshaft seien die Alternativen gewesen. Aus Angst um seinen Arbeitsplatz habe er sich zu ersterem entschieden.

Staatsanwalt Sippel zeigte sich ernsthaft erbost. „So ein dummes Zeug habe ich selten gehört. Die Polizei dermaßen zu belasten, ist ein Unding.“ Es gehe um eine Bewährungsstrafe, und dafür bedürfe es angesichts der zu erwartenden Strafmaßes besonderer Umstände. Mit einem Geständnis könne der Angeklagte dafür sorgen – oder eben auch nicht.

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Quelle: HNA

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