3500 Menschen demonstrieren in Marburg gegen Pegida

Auf dem Marktplatz am Rathaus: 3500 Menschen sind am Montagabend in Marburg vom Hauptbahnhof in die Oberstadt gezogen, um gegen Pegida zu demonstrieren. Fotos:  Röder

Marburg. 3500 Menschen haben am Montagabend in Marburg friedlich gegen die Bürgerbewegung Pegida demonstriert. Neben einem Demonstrationszug durch die Innenstadt gab es auf dem Marktplatz eine Kundgebung,

Neben Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) kamen diverse Vertreter aus Politik und Kirche sowie Aktivisten zu Wort. Die Botschaft war klar: „Pegida hat in Marburg keine Chance“, sagte Vaupel.

Schüler und Studenten, Berufstätige und Rentner, Deutsche und Migranten - sie alle waren bei der Demonstration zugegen, um gemeinsam ein Zeichen für mehr Toleranz und gegen Rassismus zu setzen.

Studentin Yvonne Walterstedt war beispielsweise extra wegen der Kundgebung früher aus den Semesterferien nach Marburg zurückgekehrt. „Es kann nicht sein, dass ein paar Rassisten in Dresden ihre Meinung auf ein ganzes Volk projizieren“, sagte sie. „Es ist wichtig, dass wir den Menschen im In- und Ausland zeigen, dass wir unsere Stimme erheben, gegen Hass und Ausgrenzung von Minderheiten.“

Auf Plakaten, die die Demonstranten tragen, stehen Sätze wie „Hass ist keine Meinung“, „Gegen die Idiotisierung des Abendlandes“ und „Für Humanität, Respekt, Vielfalt“. „Das sind nicht nur hohle Parolen“, sagt Simon Hagen aus Marburg. „Alle, die heute hier sind, zeigen, dass wir offen sind und nicht engstirnig und ewig-gestrig.“ Seine Heimatstadt hat der 37-Jährige so noch nicht gesehen. „Es ist wirklich beeindruckend.“

„Wir möchten ein klares Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit setzen“, sagte Hanna Streiter, eine der beiden Organisatorinnen der Marburger Pegida-Gegenbewegung, die sich unter dem Namen „Antigida - Gegenwind aus Marburg“ formiert hatte. Im sozialen Netzwerk Facebook hatten bis Montagabend rund 2000 Menschen ihr Kommen angekündigt. Am Ende wurden es 3500, die durch Marburgs Straßen zogen und friedlich für mehr Miteinander und gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit demonstrierten.

Dass es so viele werden würden, damit hatte weder Hanna Streiter noch Mitorganisatorin Susann Trojahn gerechnet. „Wir haben es zwar gehofft, aber das hier ist wirklich unglaublich“, sagte Streiter, während sich der Demonstrationszug vom Hauptbahnhof in Richtung Marktplatz in Bewegung setzte.

Dort berichteten Streiter und Trojahn was sie dazu bewegt hatte, Antigida ins Leben zu rufen. „Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem Fremdenfeindlichkeit herrscht. Ich möchte in einem Land leben, das Vielfalt als Bereicherung empfindet“, sagte Medizinstudentin Streiter unter tosendem Applaus. Und: „Ich werde in Marburg so lange auf die Straße gehen, bis niemand mehr für Pegida läuft.“

Von Christian Röder

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Quelle: HNA

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