Faustschlag mit schweren Folgen: Türsteher zu Geldstrafe verurteilt

40-jähriger Mann muss 4800 Euro zahlen – Opfer bis heute nicht arbeitsfähig

Frankenberg. Wegen schwerer Körperverletzung hat das Frankenberger Amtsgericht am Donnerstag den 40-jährigen Türsteher einer Discothek zu einer Geldstrafe von 4800 Euro (120 Tagessätze zu je 40 Euro) verurteilt.

In der Hauptverhandlung hatte der Angeklagte gestanden, einem erheblich angetrunkenen, 45-jährigen Mann im Januar 2009 einen Faustschlag ins Gesicht versetzt zu haben. Das Opfer hatte den Türsteher zuvor zur Seite geschubst, der ihm wegen seiner starken Alkoholisierung mehrfach den Zutritt zur Discothek verweigert hatte.

 Die Folgen waren gravierend: Nach dem Faustschlag stürzte der 45-Jährige unkontrolliert auf den Hinterkopf und zog sich dabei einen Schädelbruch, Hirnblutungen und eine Hirnschwellung zu. Das Opfer wurde vier Wochen lang stationär in der Marburger Uniklinik behandelt. Bis heute ist der Mann arbeitsunfähig.

Wegen dauernder Erwerbsunfähigkeit sei ein Rentenantrag gestellt worden, sagte Rechtsanwalt Dr. Dietmar Ricke als Vertreter der Nebenklage. Mit seinem Geständnis hatte der Angeklagte dem Gericht unter Vorsitz von Richterin Andrea Hülshorst die Vernehmung von zwölf geladenen Zeugen erspart. „Mein Mandant hat überreagiert und entschuldigt sich für seine Tat“, gab Rechtsanwalt Oliver Löwer zu Protokoll.

„Es tut mir leid, auch wegen der schweren Folgen“, hatte der Angeklagte kurz vor der Urteilsverkündung im "letzten Wort" gesagt. In einem zivilrechtlichen Verfahren klagt das Opfer vor dem Marburger Landgericht auf Schmerzensgeld. (off)

Quelle: HNA

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