Frankenbergerin wegen Betrugs zu acht Monaten und zwei Wochen Haft verurteilt

42-Jährige muss ins Gefängnis

Marburg/Frankenberg. ( Weil sie an einem Vorbereitungsseminar zum so genannten Idiotentest teilgenommen hat, ohne bezahlen zu können, ist eine 42-Jährige Frankenbergerin vom Marburger Landgericht zu acht Monaten und zwei Wochen Haft verurteilt worden. Das Verfahren wegen verschiedener Delikte im Zusammenhang mit der Insolvenz eines von ihr geführten Bauunternehmens war abgetrennt worden.

Der Frau wird in diesem Zusammenhang unter anderem Insolvenzverschleppung, das Einbehalten von Sozialversicherungsleistungen und Unterschlagung vorgeworfen. Wie der Vorsitzende Richter, Carsten Paul, mitteilte, sollen die Vorwürfe sowie eine weitere kürzlich hinzugekommene Anklage im Spätsommer verhandelt werden.

In das jetzige Urteil wurde eine Verurteilung wegen Trunkenheit am Steuer und Fahren ohne Fahrerlaubnis mit aufgenommen.

Von den von der Staatsanwaltschaft geforderten neun Monaten rechnete das Gericht zwei Wochen auf Vorschlag der Verteidigung ab, weil die Frau als Bewährungsauflage im letzten Fall 120 Stunden gemeinnützige Arbeit geleistet hat.

Nach der Trennung der Verfahren ging es nur noch um zwei Vorwürfe: So soll die Frau auf einem öffentlichen Parkplatz ohne Führerschein ein Auto bewegt haben. Diesen Fall stellte die Kammer jedoch vorläufig ein.

„Ein starkes Stück“, nannte es Richter Paul, dass die Angeklagte den Betrug zu Beginn der Verhandlung noch abstritt, obwohl sie wusste, dass ein Zeuge sie kurz darauf belasten werde. Erst nach der Aussage des Mannes räumte sie den Vorwurf ein.

Dieser berichtete, dass die Frau aufgrund eines Alkoholproblems in einer Selbsthilfegruppe sei. Bezüglich des Seminars zur medizinisch-psychologischen Untersuchung, die zur Wiedererlangung des Führerscheins nötig ist, habe sie ihm gesagt, dass sie zwar augenblicklich kein Geld habe, in Kürze aber eine größere Summe erhalten werde, um die Gebühr von 448 Euro zu begleichen.

Zwischen den beiden Seminarterminen habe sie ihm dann berichtet, das Geld sei aufgrund eines Zahlendrehers nicht auf ihrem Konto gelandet. Zuletzt habe sie gesagt, sie habe das Geld zuhause, könne aber nicht hinein, weil sie den Schlüssel verlegt habe. „Dann ward sie nicht mehr gesehen“, sagte der Zeuge abschließend.

Eine erneute Bewährung sei völlig ausgeschlossen, sagte Paul in der Urteilsbegründung. Bereits das Amtsgericht Frankenberg habe diese zuletzt nur deshalb noch gewährt, da die Straftat nicht einschlägig gewesen sei. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. (kse)

Quelle: HNA

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