Versicherung kann nicht helfen

44.000 Euro im Kamin verbrannt: Geld wird wohl nicht ersetzt

Frankenberg. Dass das Ehepaar das im Kamin verbrannte Geld erstattet bekommt, ist unwahrscheinlich - weder Bank noch Versicherung können in dem Fall helfen.

Ohne zu wissen, dass ihr Ehemann 44.000 Euro im Kamin versteckt hatte, hat eine Frau aus dem Frankenberger Land dort ein Feuer angezündet und damit das ganze Geld verbrannt. Mit den 44.000 Euro wollte der Mann ein Segelboot am Edersee erwerben. Als vermeintlich sicheres Versteck wählte er den Kamin, in dem bereits Altpapier lag, das im Herbst verbrannt werden sollte. Während der Mann mit dem Hund Gassi ging, zündete die Ehefrau den Kamin an, um den Kältesturz, der über Pfingsten eingesetzt hatte, im Haus auszugleichen. Trotz Ablöschen des Kamins mit mehreren Eimern Wasser konnte das Geld nicht mehr gerettet werden.

Unsere Zeitung hat nun bei einer Bank und einer Versicherung nachgefragt, wie die Chancen stehen, das Geld oder zumindest einen Teil davon erstattet zu bekommen.

Hat das Ehepaar die Möglichkeit, das Geld von der Bank ersetzt zu bekommen?

„Keine Chance“, sagt Dirk Paulus von der Frankenberger Bank auf HNA-Nachfrage. Ob die 44.000 Euro von der Frankenberger Bank stammen, darf Paulus natürlich nicht sagen.

„Wenn man mehr als die Hälfte eines Scheins vorlegen kann, dann kann man ihn ersetzt bekommen“, erklärt Dirk Paulus, der bei der Bank für Privatkunden und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Denn wenn das für weniger als einen halben Schein möglich wäre, könnte man ja die Reste eines Scheines in zwei neue Scheine des gleichen Wertes umtauschen. „Theoretisch kann man die Reste eines Scheines wie ein Puzzle zusammenkleben, dann muss aber erkennbar sein, dass alle Teile von demselben Schein stammen.“

Kann das Ehepaar diese tragische Geschichte als Versicherungsfall geltend machen?

„Ein Versicherungsfall, der über die Hausratversicherung gedeckt wäre, liegt hier nicht vor“, sagt Thomas von Mallinckrodt von der Unternehmenskommunikation der Versicherung HUK-Coburg. Seine Begründung: „Das Feuer ist bestimmungsgemäß in dem vorgesehenen Kamin entstanden. Und ein solcher Brand ist nicht in der Hausratversicherung versichert.“

Laut den Hausratversicherungsbedingungen werde als Brand konkret ein Feuer bezeichnet, das ohne einen bestimmungsgemäßen Herd oder Kamin entstanden ist oder diesen verlassen hat und sich aus eigener Kraft ausbreiten kann.

Könnte man den Schaden über die Privathaftpflicht regulieren?

„In diesem Fall liegt auch kein Privathaftpflichtversicherungsschaden vor, da es sich um einen Eigenschaden des Versicherungsnehmers oder um den Schaden einer mitversicherten Person handelt“, sagt Thomas von Mallinckrodt.

Kann das Ehepaar möglicherweise auf Kulanz der eigenen Versicherung hoffen, wenn sie den Schaden als Versicherungsfall geltend macht? Kann es somit zumindest einen Teil des Geldes zurückbekommen?

„Wir können uns nicht vorstellen, dass ein Versicherungsunternehmen in so einem Fall, so tragisch er auch für das Ehepaar ist, Kulanz gewähren würde“, sagt Thomas von Mallinckrodt von der HUK-Coburg.

Quelle: HNA

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