51-jähriger Mehmet Usta durfte zum ersten Mal in seinem Leben wählen

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Mehmet Usta: Am Donnerstagmorgen gab der Frankenberger Unternehmer in Frankfurt seine Stimme zur Wahl des türkischen Staatspräsidenten ab. Es war das erste Mal in seinem Leben, dass er zur Wahlurne ging. Usta kam schon mit 16 nach Deutschland, eine doppelte Staatsbürgerschaft hat er nicht.

Frankenberg. Mit 16 ist Mehmet Usta nach Deutschland gekommen, seit mehr als 36 Jahren lebt der gebürtige Türke in Frankenberg, vor einem Vierteljahrhundert hat er sich in der Automobilbranche selbstständig gemacht:

Am Donnerstag hat der 51-Jährige nun zum ersten Mal in seinem Leben gewählt.

Es war ein bedeutender Tag im Leben des Frankenberger Unternehmers Mehmet Usta. Ein Tag, an den er zeitlebens zurückdenken wird. Mit seiner Ehefrau Meryem Usta fuhr er schon am frühen Donnerstagmorgen ins türkische Konsulat nach Frankfurt. Auch Meryem Usta wählte zum ersten Mal.

Für Mehmet Usta und seine Ehefrau war ihr erster Gang zur Wahlurne alles andere als eine „ganz normale“ Wahl: In der Türkei steht das Amt des Staatspräsidenten zur Wahl. Mehmet und Meryem Usta gehörten zu den ersten Türken in Deutschland, die zur Wahl ihres Präsidenten schritten und ihre Stimme abgaben.

Schon Wochen vorher hatten sie dafür über das Internet einen Termin mit dem türkischen Konsulat in Frankfurt vereinbart. „Ich lebe zwar schon seit Jahrzehnten in Deutschland, aber ich habe einen türkischen Pass“, erklärte Mehmet Usta seine persönliche Wahl-Premiere.

Zur Wahl des türkischen Präsidenten stehen Recep Tayyip Erdogan, Ekmeleddin Ihsanoglu und Selahattin Demirtas. Der amtierende Präsident Abdullah Gül tritt nicht mehr an. Aus seiner Wahl macht Mehmet Usta kein Geheimnis: „Ich wähle Recep Tayyip Erdogan“, stimmt der 51-Jährige Lobeshymnen auf den türkischen Ministerpräsidenten an. Erdogan werde die Türkei in eine goldene Zukunft führen, meint Usta.

Mehmet Usta bedauert es sehr, dass er in Deutschland nicht wählen darf. „Ich habe keine doppelte Statsbürgerschaft“, sagt Usta, der in Frankenberg seit zehn Jahren Mitglied des CDU-Stadtverbandes ist. „Ich bin Unternehmer und zahle hier meine Steuern. Trotzdem darf ich in der Stadtpolitik aber nicht mitbestimmen, was in Frankenberg passiert“, bedauert Mehmet Usta. „Mit türkischem Pass kann man in Deutschland nichts machen“, drückte er seinen Ärger darüber aus. „Wenn man in Deutschland seit mehr als 25 Jahren Unternehmer ist, würde ich mir wünschen, hier auch wählen zu dürfen“, sagt er mit einem gewissen Frust in der Stimme. (mjx)

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Quelle: HNA

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