Gemünden

Abgespeckte Version für Kindergarten

- Gemünden (apa). Nach rund 30 Jahren bedarf das Kindergartengelände dringend einer Sanierung. Am Donnerstagabend sprachen sich die Stadtverordneten einstimmig dafür aus.

Der Kindergarten ist 30 Jahre alt – und auch der Spielplatz auf dem Außengelände ist in die Jahre gekommen. Ein wackliger Zaun, morsche Palisaden, wellige Fallschutzmatten, die zu Stolperfallen werden, und nicht ablaufendes Regenwasser sind nur einige der Anzeichen dafür, warum eine Sanierung nötig ist. Geplant ist eine kleine Erweiterung des Grundstücks: Der Fußweg soll Teil des Außengeländes werden, wo künftig Kinder Roller und Bobbycar fahren könnten. Statt eines großen Sandkastens soll es fünf kleine geben, damit die Kinder in Ruhe spielen können. Auf der bisher kaum genutzten Nordseite des Gebäudes soll eine Terrasse gebaut werden, dort soll ein attraktiver Platz zum Spielen im Sommer entstehen, weil es dort schattiger ist. Ein Hochbeet und eine Weidenburg sind geplant. Und der Herzenswunsch der Kinder ist ein großes Kletter- und Spielgerät, das wie ein Schiff aussieht. Einige Wünsche mussten von der Liste gestrichen werden: Darunter sind Vordächer am Eingang und an den Seiten des Gebäudes und weitere Spiel- und Klanggeräte. Auch der neue Zaun kann nicht von der Stadt bezahlt werden. Zwei Varianten standen für die Finanzierung zur Auswahl: Bei der ersten hätte die evangelische Kirche als Träger ein hohes zinsloses Darlehen zur Verfügung gestellt. Bedingung waren Gesamtkosten in Höhe von mindestens 230 000 Euro. In der zweiten Version gibt die Kirche einen zehnprozentigen Zuschuss zu den Gesamtkosten, unabhängig von der Höhe – und diese Version kommt auch zum Tragen. Der Stadt Gemünden wurde von der Kommunalaufsicht derweil eine Obergrenze auferlegt: Sie darf nicht mehr als insgesamt 118 700 Euro für die Umfeldgestaltung ausgeben. Darin enthalten ist ein 20-prozentiger Zuschuss vom Landkreis, der allerdings erst für 2011 in Aussicht gestellt wurde. Die Stadt dürfe die genannte Gesamtsumme nicht überschreiten, betonte Bürgermeister Frank Gleim. Die einzige Möglichkeit, die Ausgaben noch zu erhöhen, sei durch private Spenden oder andere Aktionen, die dem Kindergarten zugute kommen. Ein wichtiger Aspekt sind auch Eigenleistungen: Die Eltern haben sich dazu bereiterklärt, mit 1000 Stunden (das entspricht rund 27 000 Euro) ihren Anteil zu leisten. Dafür dankten am Donnerstagabend die Sprecher aller drei Fraktionen den Eltern, von denen einige im Publikum saßen, ebenso wie Kindergartenleiterin Birgit Heißmeyer. Friedegunde Wagner (SPD) betonte, dass die Kommunen allein gelassen würden: Das Land kürze immer mehr Mittel, im Programm „Soziale Stadt“ fließen deutlich weniger Mittel als anfangs zugesagt. Hermann Faust (Bürgerliste) dankte auch Bürgermeister Gleim, der für jeden Euro gekämpft habe, und dem Träger für die Unterstützung. „Das ist einer der ersten Tagesordnungspunkte, der verdeutlicht, dass wir in der bundesdeutschen Finanzwirklichkeit angekommen sind“, sagte Armin Körbs von der CDU. Er schlug vor, die 8500 Euro, die der Stadt als Kreditaufnahme für eine Solaranlage genehmigt wurden, lieber für den Kindergarten zu nutzen. Dieser Vorschlag wurde nicht Bestandteil der Abstimmung, sorgte jedoch noch für Diskussionen. Einstimmig sprachen sich die Stadtverordneten für das vorgelegte Konzept aus.

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