Neuwahlen bei Rinderzüchtern im Altkreis Frankenberg

Abschied von Mütze und Landau

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Frankenberg-Geismar - Eine junge Generation von Viehhaltern übernimmt von den Urgesteinen Karl Mütze und Karl-Heinz Landau deren Aufgaben in der Zucht- und Besamungsunion und dem Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfung in der Tierzucht.

Zwei altgediente Herren der Rinderzucht in der Region treten ab, zehn junge Frauen und Männer treten ihre Nachfolge an. Karl-Heinz Landau, bis gestern Vorsitzender des Hessischen Verbands für Leistungs- und Qualitätsprüfung im Altkreis (HVL), und Karl Mütze, der dieses Amt für die Zucht- und Besamungsunion Hessen (ZBH) seit 1997 innehatte, legen ihre Ämter nieder. Ihnen folgen engagierte Landwirte unterschiedlichster Prägung und Hofgröße, die die Milchviehhaltung im Frankenberger Land in die Zukunft führen wollen.

Bei der Bezirksversammlung der beiden Verbände wurden zwei Vorstandsteams neu gewählt – jeweils einstimmig. Den HVL in der Region führen künftig die beiden Vöhler Sven Lorenz als Vorsitzender und Dirk Ulrich als dessen Stellvertreter. Die Nachfolge im ZBH ist auf breitere Beine gestellt: Der Vorsitzenden Judith Garthe-Metz aus Ellershausen und ihrem Stellvertreter Olaf Fackiner aus Dainrode steht ein Team aus sechs Beisitzern zur Seite. Es besteht aus Jens Wiesemann aus Obernburg, dem Frankenberger Jörg Schneider, Klaus Lerch aus Roda, den beiden Haubernern Bernd Michel und Bernd Hochgrebe sowie als Vertreter der Fleischviehhalter Wolfgang Lomp aus Lehnhausen.

Landau dankte nach der Sitzung, deren Organisation mit Mütze zugleich seine letzte Amtshandlung war, besonders der Verwandtschaft: „Ehrenamt und Betrieb – das geht nur mithilfe der Familie“, sagte er. Der Dank von Mütze, in dessen Heimatdorf Geismar die Versammlung stattfand, galt insbesondere den Kollegen. Auf sie hätte er sich stets berufen und verlassen können. Sein Fazit: „Das hat mir immer Spaß gemacht.“

Vorträge für die Züchter

Vor den Wahlen hatten die Landwirte mehrere informative Kurzvorträge gehört. Dr. Jens Baltissen versorgte sie mit statistischen Daten. So wären im HVL 2340 Betriebe mit insgesamt 123000 Tieren organisiert. Im Durchschnitt seien das 52,5 Tiere pro Hof. Waldeck-Frankenberg läge in diesem Bereich vorne, sind es im Kreis doch durchschnittlich 58,5 Tiere pro Betrieb. „Insgesamt lässt sich feststellen, dass es weniger Betriebe gibt mit einer stabilen Zahl an Tieren“, fasste er die Situation in der Region zusammen. Auch auf das Thema Besamungen ging er ein. Die seien leicht rückläufig. Ein weiteres Thema war das Sexing, also die Trennung des Samens in weibliche und männliche Spermien. Es gäbe inzwischen die erste deutsche Anlage bei Cloppenburg, sagte Baltissen – und zeigte ein Angebot bereits gesexter Bullen, deren Sperma für die Zucht erhältlich ist.

Auf die Themen Vermarktung und Gesundheit ging Rudi Paul ein. Er zeigte, wie stark beides zusammenhängt. „Der Osten war 2012 tot“, sagte er mit Blick auf Statistiken, die Exportzahlen der Jahre 2011 und 2012 vergleichen. So erlitten die Exporteure im vergangenen Jahr deutliche Einbrüche. Der Grund: Das Schmallenberg-Virus. Auch zeigten die Daten, dass die Thematik noch nicht erledigt ist: Derzeit verbreitet sich das Virus in Süddeutschland und im nahen Ausland. Geholfen habe den Verkäufern die starke Nachfrage in Hessen und den Nachbar-Bundesländern. „Das sind Züchter, die ihren Bestand qualitativ verbessern wollen“, hob Paul hervor. So sei bei Auktionen auch noch kein Preisverfall festzustellen.

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