Abschluss mit 1,2: Jens Otto bester Maschinentechniker an HVS

Jahrgangsbester: Bei der Abschlussarbeit hat sich Jens Otto mit drei Mitschülern mit einem Teil eines Öl-Brennwert-Gerätes beschäftigt, wofür sie auch ein 3D-Modell anfertigten. Foto: Dittrich

Frankenberg. Er hat an der Hans-Viessmann-Schule seinen Abschluss gemacht, jetzt brennt der Maschinentechniker für Neues: Ein Treffen mit dem Jahrgangsbesten.

Maschinenbau studieren? „Nein erstmal nicht.“ Großstadtluft schnuppern, umziehen, Arbeitgeber wechseln? Für den technischen Zeichner bei Viessmann ist das in nächster Zukunft kein Thema. Jens Otto hat seine Ausbildung als Maschinentechniker bei der Hans-Viessmann-Schule (HVS) in Frankenberg als Jahrgangsbester beendet, Abschlussnote 1,2. Jetzt will er bei Viessmann die Karriereleiter hochklettern.

Dafür hat er vier Jahre lang, neben seinem Vollzeit-Job bei Viessmann, drei Mal die Woche abends die Schulbank gedrückt - und sich am Ende selbst belohnt. Er ist der beste von den insgesamt 26 Auszubildenden der Fachrichtung Maschinentechnik an der HVS, hat seine berufliche Zukunft fest vor Augen. Er will aber in der Region bleiben. „Ich bin hier aufgewachsen und wohne gerne auf dem Dorf. Das Leben in einer Großstadt wäre glaub ich nichts für mich“, sagt der 26-Jährige, der in Wollmar bei Münchhausen lebt.

Spannende Entwicklung

Klassenlehrer Helmut Wolf ist stolz auf seinen Schützling. Er kennt Otto, seit dieser mit 16 die Ausbildung zum technischen Zeicher begann. „Er war ein anderer Typ damals“, erzählt Wolf und schaut dem schüchternen Mann in die Augen. „Er ist selbstbewusster geworden. Es ist immer spannend, diese Persönlichkeitsentwicklung zu beobachten.“

Auch Otto ist stolz auf seine Leistung: Seine Abschlussarbeit mit drei Mitschülern wurde mit „sehr gut“ benotet. Die Aufgabe: Den Fertigungsprozess von einem Teil eines Öl-Brennwert-Gerätes zu analysieren und effizienter gestalten. 78 Seiten ist der Abschlussbericht von Otto, Laura Inacker, Johannes Keller und Matthias Prieser dick. Das Ergebnis nach eineinhalb Jahren Arbeit: Nach ihrer Ansicht lassen sich fünf von 15 Fertigungsschritten sparen. Das Ergebnis liegt Viessmann vor. „Die prüfen jetzt alles und rechnen alles durch“, erklärt Otto. Vielleicht wird der Fertigungsprozess entsprechend der Vorschläge umgestellt.

Die Ausbildung zum Maschinentechniker knüpft direkt an die Arbeit als technischer Zeichner an. Zwei Jahre hat Otto bei Viessmann-Wärmepumpen diesen Job gehabt, jetzt will er mehr. „Das hätte mich auf Dauer nicht glücklich gemacht“, meint der junge Mann.

Er möchte mehr Verantwortung, größere Aufgaben - entsprechend ehrgeizig sei er deswegen gewesen. „Man quält sich auch selbst, setzt sich noch eine Stunde länger ran.“ Gerade die Bereiche Elektrotechnik und Statik seien für ihn Anspruchsvoll gewesen. Außerdem hat er noch freiwillig 80 Stunden oben drauf gepackt: Technische Zeichner darf Otto jetzt auch selbst ausbilden.

Durch die neue Qualifikation ergeben sich neue Herausforderungen und Möglichkeiten bei Viessmann. Irgendwann, so hofft Otto, wird er dann vielleicht Projektleiter.

Von Benedikt Dittrich

Quelle: HNA

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