Louisendorf

Abwasserkanal ist einsturzgefährdet

- Frankenau-Louisendorf (mba). Bei einer Informationsveranstaltung zur Sanierung der Hauptstraße in Louisendorf erfuhren die Teilnehmer zwar nicht, wie viel jeder Hausbesitzer für die Sanierung der Straße zahlen muss. Dafür sahen sie, in welchem Zustand der Abwasserkanal ist.

„Hier ist Handlungsbedarf, hier muss was geschehen“, sagte Ulrich Gröticke vom Ingenieurbüro Gröticke und Partner über den Zustand des Abwasserkanals unter der Hauptstraße. Die Kreisstraße soll im nächsten Jahr saniert werden. Grötickes Büro ist mit der Planung beauftragt und hat dafür auch den Kanal untersucht – und der ist marode. Bürgermeister Björn Brede hatte die Louisendorfer zu der Bürgerversammlung eingeladen, um mit ihnen über die geplanten Bauarbeiten an der Straße zu sprechen. Die Planungen sollen transparent verlaufen und die Anwohner mit eingebunden werden, erklärte Brede: „Wir verfolgen eine kostengünstige, aber auch nachhaltige Lösung.“ Dies waren auch die Vorgaben an das Ingenieurbüro. Weitere Informationsveranstaltungen sollen folgen. Gröticke und sein Kollege Boris Perplies informierten die Louisendorfer über den Stand der Planungen. Die geschätzten Kosten für den Ausbau der Hauptstraße – ohne den Anteil des Kreises – liegen zwischen 800 000 und 900 000 Euro. Etwa die Hälfte entfällt auf den Straßenbau, ein Drittel auf die Kanalisation und der Rest auf die Wasserleitung. Allerdings stehe der endgültige Umfang des Ausbaus noch nicht fest. Laut des Vorentwurfs des Ingenieurbüros und des Straßenbauamts soll die Fahrbahn auf der gesamten Strecke durch das Dorf eine Breite von 5,50 Meter erhalten. Derzeit beträgt die Breite sechs Meter. Bis zu diesem Maß würde der Kreis den Bau und den Unterhalt der Ortsdurchfahrt bezahlen. Auf einer Seite soll ein 1,75 Meter breiter Gehweg mit einer Frostschutzunterschicht entstehen, auf der anderen lediglich ein 75 Zentimeter breites Schrammboard, das aus Sicherheitsgründen vorgeschrieben ist. Damit es eine Förderung für die Arbeit am Gehweg gebe, müsse der laut Gröticke mindestens 1,50 Meter breit sein. Die Kreisstraße endet ein Stück vor dem Ortsausgang, die Stadt beabsichtigt den Ausbau aber bis hinter das letzte Grundstück. Die Kosten für den Abschnitt müssten die Kommune und die Anlieger bezahlen. Gröticke zeigte den Louisendorfern Aufnahmen aus der TV-Untersuchung des Kanals. „Der Zustand des Kanals und der Hausanschlussleitungen ist sehr schlecht“, sagte Gröticke. Es seien viele Schäden an den Rohren festzustellen: starke Abplatzungen und Scherbenbildung, Korrosion und undichte Verbindungen durch Lageabweichungen, sowie Risse und Wurzeleinwüchse. Teilweise sei der Kanal einsturzgefährdet. An den undichten Stellen fließe Grundwasser ein. „Sie zahlen dafür teures Geld auf der Kläranlage“, sagte der Ingenieur und wies auf die entstehenden Mehrkosten durch die Abwasserabgabe hin. Da der Kanal, wie die Wasserleitung, direkt an der Boardanlage der Straße liegt, empfahl Gröticke bei einem Straßenausbau auch deren Erneuerung. So hatte er es auch in die Planungen eingearbeitet, die er vorstellte: „Es wäre unwirtschaftlich nicht beides zu machen.“ Über die Notwendigkeit, die Gehwege ebenfalls zu erneuern, kam es nach seinem Vortrag zu einer Diskussion. Der bestehende Gehweg könnte durch die Arbeiten an Fahrbahn und Kanal oder Wasserleitung eventuell beschädigt werden und teilweise einstürzen, erklärte Gröticke. Einige der Zuhörer sagten, die Oberflächen der Gehwege vor ihren Grundstücken seien erst vor einigen Jahren erneuert worden. Sie wollten deshalb nicht einsehen, dass die Wege schon wieder gemacht werden sollen. Sie wollten von Gröticke wissen, welche Alternative es zu seinem Vorschlag gebe. Die wäre aber im Grunde nur ein gänzlicher Verzicht auf die frostsichere Erneuerung des Gehwegs. Nach Ansicht von Gröticke sei es langfristig teurer die Gehwege nicht neu zu machen, zumal bei einer Erneuerung des Kanals ohnehin alle Hausanschlüsse neu gemacht werden müssten. Die Kosten für die Reparatur des dabei notwendigerweise beschädigten Gehwegs müssten die jeweiligen Anlieger übernehmen. Eine Förderung für die Arbeiten am Gehweg entfalle dabei. Seine Zuhörer fanden diese Alternative dennoch überlegenswert und fragten nach dem Unterschied bei den Kosten für eine Kompletterneuerung mit der möglichen Förderung und der Variante, bei der nur der Bereich der Hausanschlüsse und der Begleitschaden durch die Fahrbahnerneuerung repariert wird. Eine solche Kostenschätzungen für verschiedene Ausbaualternativen konnte Gröticke aber an diesem Abend noch nicht präsentieren. Sie soll bis zur nächsten Versammlung vorliegen. Auch die Kosten, die auf jeden einzelnen Anlieger zukommen, lassen sich zum jetzigen Stand der Planungen noch nicht ermitteln.

Kommentare