Allendorf

Achtes Energieforum der Allendorfer Viessmann-Werke

- Allendorf (Eder) (da). Unternehmenschef Dr. Martin Viessmann hat sich beim Engerieforum dafür ausgesprochen, den Austausch von Heizungen finanziell zu fördern.

Um den Klimawandel abzuschwächen, darf die Erderwärmung um höchstens zwei Grad steigen, erklärte Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber in seinem Vortrag. Der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, der unter anderem die Bundeskanzlerin berät, war einer der Experten beim Viessmann-Energieforum. Bereits zum achten Mal hatte das Allendorfer Heiztechnik-Unternehmen dazu eingeladen. An zwei Tagen informieren Fachleute die rund 180 Gäste – überwiegend Heizungsinstallateure aus ganz Deutschland, aber auch Viessmann-Mitarbeiter. Verdeutlicht werden solle die Bedeutung des Wärmesektors beim Erreichen der Klimaschutzziele, sagte Unternehmenschef Dr. Martin Viessmann. Allerdings würden viele Menschen vor dem Kauf sparsamer Geräte zurückschrecken: „Die Überschätzung der Potenziale neuer Energien verunsichert Investoren“, sagte Viessmann. Die „Ausschöpfung der Effizenzpotenziale“ sei aber nötig, um dem Klimawandel entgegenzuwirken, Energiekosten erträglich zu halten und die Abhängigkeit von Lieferanten fossiler Energieträger zu verringern. Die Modernisierung sei aber „eher rückläufig“. Förderung von Heizungsmodernisierungen würden sich aber rechnen – auch für den Bund, denn jeder Euro, der als Förderung gezahlt werde, ziehe sieben bis acht Euro Investitionen und damit Mehrwertsteuereinnahmen nach sich. „Klimaschutz und Energieeffizienz müssen auch in Zeiten knapper Kassen höchste Priorität haben“, forderte Dr. Martin Viessmann. Schellnhuber blickte auf das Wetter dieses Sommers zurück: Auf die Hitzewelle in Russland und die Flutkatastrophen in Pakistan und China. In Pakistan hätten vor den Regenfällen noch Rekordtemperaturen von bis zu 53,5 Grad geherrscht. „Das gibt uns einen Eindruck, wie eine Welt aussehen könnte, die wärmer wird.“ Europa könne ein Monsunklima bekommen. „Ein ähnliches Muster haben wir in deisem Jahr schon erlebt“, sagte der Klimaforscher: Erst habe es in Deutschland eine Hitzewelle gegeben, dann seien ergiebige Niederschläge gefolgt. Die Folgen des Klimawandels: „Es wird trockener, wo es jetzt schon trocken ist, und feuchter, wo es schon feucht ist.“ Steige die Erdtemperatur langfristig um fünf Grad, „wäre das eine völlig andere Welt“. Ein Anstieg um zwei Grad wäre ein „politischer Kompromiss, etwas, das wir gerade noch verkraften können“. Die Verringerung des CO2-Ausstoßes werde aber erst viel später spürbar. Ein globales Klimaschutzabkommen sei dabei in weiter Ferne. Stattdessen müssten die einzelnen Länder jeweils für sich aktiv werden. Das geplante Energiekonzept sei dabei eine „Ansammlung von guten Wünschen“, gehe aber in die richtige Richtung. Die Laufzeiten von Atomkraftwerken spiele dabei eine untergeordnete Rolle.

Kommentare