Gemünden

Activaero siegt mit „Akita Jet“

- Gemünden/Wiesbaden (gl). Große Freude in Gemünden: Die junge Firma Activaero wurde für ihr innovatives Inhalator-System als „Hessen Champion 2010“ in der Kategorie "Neue Produkte und Entwicklungen" geehrt. Auch die Rosenthaler Böhl-Gruppe war unter den nominierten.

Der „Hessen Champion“ ist ein begehrter Preis: 80 Firmen aus den gesamten Bundesland haben sich in diesem Jahr in den drei Kategorien „Weltmarktführer“, „Jobmotor“ und „Neue Produkte und Entwicklungen“ beworben. 14 von ihnen haben es in das Finale geschafft – und zwei stammen aus dem Frankenberger Land. Die Firma Activaero aus Gemünden und die Rosenthaler Harald-Böhl-Gruppe waren beide in der Kategorie „Neue Produkte und Entwicklungen“ nominiert – ein Beleg für die Innovationskraft von mittelständischen Unternehmen auf dem Land. Gestern Nachmittag wurden die Preise vom hessischen Ministerpräsidenten Volker Buffier, dem Wirtschaftsminister Dieter Posch und Professor Dieter Weidemann verliehen, dem Präsidenten der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU). Und tatsächlich ging einer der drei Preise ins Frankenberger Land: Activaeros Inhalatorsystem Akita Jet/Favorite setzte sich gegen die Konkurrenz durch. Die Firma Activaero war ursprünglich eine Ausgründung des Helmholtz-Zentrums in München unter dem Namen Inamed. Gründer und bis heute Geschäftsführer ist Dr. Gerhard Scheuch (Foto – mit dem preisgekrönten Produkt), ihm zur Seite steht ebenfalls als Geschäftsführer Axel Fischer, der den Standort in Gemünden aufbaute. Im Jahre 2004 wurde die Inamed in zwei eigenständige Unternehmen aufgeteilt, der Gemündener Standort bekam den Namen Activaero. Heute beschäftigt das Unternehmen 42 Mitarbeiter am Hauptsitz in Gemünden, dem Forschungsstandort Gauting südlich von München und der Tochterniederlassung in der amerikanischen Stadt Dublin, Ohio. Activaero arbeitet mit dem Universitätsklinikum Gießen-Marburg zusammen, sowie mit anderen forschenden Kliniken in Europa und den USA. Das Gemündener Unternehmen ist auf die Herstellung von Inhalationsgeräten spezialisiert, wie sie beispielsweise auch bei Asthma eingesetzt werden. Es hat sich zur Aufgabe gesetzt, Inhalatoren so weit zu verbessern, dass die Wirkung der inhalierten Medikamente erhöht, zugleich aber die nötige Menge der Medikamente deutlich reduziert wird. Dies ist Activaero mit dem gestern preisgekrönten Produkt offenbar gelungen. Der Inhalator Akita Jet mit der sogenannten Favorite-Technologie steuert aktiv den Atemfluss und das Inhalationsvolumen. Dadurch kann, entsprechend den Therapieanforderungen und dem individuellen Status des Patienten, das Inhalieren optimiert und kontrolliert werden. Einfach gesagt: Das Inhalationssystem bringt durch sogenannte „Fluss- und Volumenkontrolle“ die Medikamente deutlich kontrollierter und damit tiefer in die Lunge ein. So wird das Medikament optimal in der Lunge deponiert und unerwünschte Ablagerungen im Rachen minimiert. Nach Angaben von Activaero werden so nicht wie bislang üblich nur etwa 15 Prozent eines Medikamentes in die Lunge gebracht, sondern 85 Prozent. Die Dosierung des Medikaments könne somit deutlich reduziert werden, was zugleich die Behandlungskosten minimiere.Axel Fischer zeigte sich nach dem Sieg überrascht und erfreut zugleich: „Das ist eine ganz tolle Anerkennung für unser Team, nicht nur in Gemünden, sondern auch in Gauting.“ Es sei wichtig, dass die Wirksamkeit des Produktes nun auch außerhalb der Fachwelt Beachtung finde, das „gibt viel Motivation für alle Mitarbeiter“. Gefeiert werde mit den Kollegen in Gemünden auch, sobald sich ein Termin dafür finde.

Mehr lesen sie in der Mittwochsausgabe der Frankenberger Zeitung vom 27. Oktober 2010.

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