Äcker und Waldgrundstücke bei Zwangsversteigerung beliebt

Waldeck-Frankenberg. Immer weniger Objekte im Landkreis Waldeck-Frankenberg werden zur Zwangsversteigerung ausgesetzt. Dies teilten die zuständigen Amtsgerichte in Frankenberg, Korbach und Fritzlar (zuständig für Bad Wildungen und Edertal) auf Anfrage der HNA mit.

„Die Zahlen der bei uns beantragten Verfahren in den letzten drei Jahren sind rückläufig“, sagt Andrea Hülshorst, Direktorin des Amtsgerichts Frankenberg. Bis zum Jahresende 2013 lagen ihr 30 Anträge vor. 2012 waren es im Vergleich dazu 50, im Jahr davor noch 67 Verfahren.

Doch nicht jeder Antrag führe zur Versteigerung. Durch einen Verkauf oder eine Umschuldung im Vorfeld könne das Verfahren vorzeitig beendet werden.

Thomas Fiehler, Rechtspfleger beim Amtsgericht Fritzlar, sprach von einer konstanten Zahl von 20 Verfahren pro Jahr: „Lage und Zustand sind für einen Zuschlag immer entscheidend“. In den Außengemeinden von Bad Wildungen gebe es häufig ein Verwertungsproblem.

Auch riesige Villen unter Denkmalschutz würden kaum Zuspruch finden. Der Gläubiger sei Herr des Verfahrens und könne es jederzeit einstellen, trotzdem „sitzen beide in einem Boot, denn nur der Eigentümer kann das Objekt verkaufen“.

In Korbach nannte Pierre Brandenstein, Direktor des dortigen Amtsgerichts, 70 bis 80 Anträge für 2013. 2012 wurden 90, 2011 sogar über 100 beantragte Verfahren registriert. „Wir können jedoch lediglich die beantragten Verfahren registrieren. Über versteigerte Objekte führen wir keine Statistik“, erklärt Brandenstein.

Werden die Schulden beziehungsweise ein Großteil davon innerhalb von sechs Monaten bezahlt, werde das Verfahren einstweilig eingestellt. Besonders beliebt bei Zwangsversteigerungen seien Äcker oder Waldgrundstücke: „Diese Objekte gehen noch vor oder spätestens im ersten Verfahren weg.“

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Von Gudrun Skupio

Quelle: HNA

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