300 Besucher bei Premiere der Komödie „Wer krank ist, muss kerngesund sein“

Ärzte und ihre Macken

Zweideutige Situation: Der Professor (Eddy Röse) und die Mitarbeiterin der Krankenkasse, Carola Geisert. Fotos:  Strieder

Haine. Neun Akteure der Hainer Theatergruppe meisterten nach einem Jahr Pause mit großem Erfolg die Premiere zum neuen Stück „Wer krank ist, muss kerngesund sein“, einer turbulenten Komödie aus dem Krankenhaus-Milieu von Uschi Schilling. Am Samstag war die erste Vorstellung im Dorfgemeinschaftshaus mit 300 Theaterfreunden aus vielen Orten ausverkauft.

Die Laienspieler boten fast drei Stunden lang köstliche Unterhaltung mit originellem Witz, Kalauern, schwarzem Humor und derbem Dialekt.

Alle Akte spielen in dem Sprechzimmer des etwas zerstreuten Professors – gekonnt gespielt von Eddy Röse. Hauptsächlich konzentriert sich der Schwank auf das Verhalten der Angestellten und Ärzte, nicht unbedingt wie im richtigen Leben, aber sehr zwerchfellerschütternd.

Patienten vergessen

Da werden schon mal Patienten in Moorbädern vergessen und Darmspülungen zur Kostenersparnis bei Kassenpatienten mit Gartenschläuchen vorgenommen. Operiert wird, was auf den Tisch kommt. Getreu nach dem Motto dieses seltsamen Krankenhauses, dass eben schon mal was oder wer verloren geht, und wenn es eine Uhr im Bauch eines Patienten ist.

Zur Handlung: Weil der überhebliche Macho-Chefarzt (Markus Döls) den weiblichen Angestellten durch sein Gehabe und üble Streiche ziemlich auf die Nerven geht, beschließen die Krankenschwestern Lisa und Senta - hervorragend gespielt von Irene Döls und Claudia Clemens -, die Putzfrau (Silvia Hoffmann-Huhn) und die neue abgetakelte Sekretärin, die nur zum „Eierabschrecken“ taugt - wunderbar komisch dargestellt von Angela Junghenn -, Rache zu nehmen. Nicht nur die Umsetzung dieser Pläne bringen den Krankenhausalltag durcheinander, auch das Auftauchen einer resoluten Dame der Krankenkasse (Carola Geisert) und der fast schon liebenswürdige Psychiatriepatient und Verwandlungskünstler Manni – herrlich gespielt von Manuel Gericke - sorgen immer wieder für lebhafte Aktionen. Einen Hypochonder spielt Norbert Truß. Es geht hoch her auf der Bühne in Haine, doch zum Schluss führt das Stück doch noch zum gewohnten Happy End für alle Beteiligten.

Dass das Stück beim Publikum ankam, war weder zu übersehen noch zu überhören. Keine Minute verging ohne lebhaftes Lachen - und auch in den Pausen und am Ende schwärmten die Besucher über das Stück und seine Darsteller. Die Stimmen der Schauspieler waren laut und ausdrucksstark, mit perfekter Mimik und Gestik gefiel das gesamte Ensemble.

Davon können sich weitere Theaterfreunde bei drei noch folgenden Aufführungen am Samstag, 10., und Sonntag, 11.März, überzeugen.

Von Erwin Strieder

Quelle: HNA

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