Ärztin Dr. Simone Lauer erklärt, warum sie auf dem Dorf praktiziert

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Bei der Arbeit: Dr. Simone Lauer, die auf dem Bild ein Lungenfunktionsgerät in der Hand hält, hat ihre eigenen Praxis in Münchhausen eröffnet.

Münchhausen. Seit Mitte des Jahres arbeitet Dr. Simone Lauer als Allgemeinärztin in Münchhausen. Trotz großer Bedenken hat sie es gewagt, sich als Landärztin auf dem "Dorf" niederzulassen. Im HNA-Gespräch erklärt Dr. Lauer, warum sie trotzdem Landärztin geworden ist.

Frau Dr. Lauer, sind Sie eine mutige Frau? So hat Sie jedenfalls Karl Matthias Roth von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) genannt, weil Sie sich entgegen des allgemeinen Trends als junge Landärztin in Münchhausen niedergelassen haben?

Dr. Lauer: Ein Mut, aber auch Optimismus gehören dazu, sich in der heutigen Zeit, die durch ständige Veränderungen im Gesundheitssystem und einer damit einhergehenden Unsicherheit der zukünftigen Ärzte geprägt ist, auf dem Lande niederzulassen. Einer meiner Professoren sagte zu meiner Niederlassung: Mut ist, angesichts wahrgenommener Gefahren und persönlicher Möglichkeiten das wahrgenommene Ziel zu verfolgen.

Was reizt Sie an Ihrer neuen Aufgabe auf dem Dorf?

Dr. Lauer: Obwohl der Einstieg in eine Gemeinschaftspraxis oder auch eine erneute Anstellung im Kreiskrankenhaus Frankenberg möglich gewesen wären, habe ich mich irgendwann spontan für die Selbstständigkeit entschieden. Vorteil dabei ist, dass einem keiner reinredet und man sich die Arbeitszeit etwas flexibler gestalten kann.

War die Eingewöhnungsphase für Sie leicht, weil Sie mit der Region verwurzelt sind?

Dr. Lauer: Ja, mich kannten schließlich schon viele. Außerdem bin ich in der Gegend aufgewachsen. Meine Ausbildung fand in der Uniklinik Marburg und im Frankenberger Kreiskrankenhaus statt. Ich kenne mich mit den hiesigen Gegebenheiten auf dem Lande aus.

Sie haben drei Jahre im Krankenhaus gearbeitet. Warum haben Sie sich letztlich entschieden, Allgemeinmedizinerin zu werden?

Dr. Lauer: Meine zwei Söhne sind während meines Medizinstudiums geboren. Dadurch hat sich bei mir die Ausbildungszeit durch Teilzeitstellen auf 16 Jahre erstreckt. Obwohl ich damals einen verständnisvollen Chef im Frankenberger Kreiskrankenhaus hatte, der alles möglich machte, um den Stationsalltag auch für Mütter mit Kinder machbar zu machen, waren es doch die aufreibenden 24-Stunden-Dienste und auch die Wochenenddienste, die mich dazu bewogen haben, Allgemeinärztin in einer Praxis zu werden.

Was ist entscheidend, um auf dem Land als Allgemeinärztin erfolgreich zu sein?

Dr. Lauer: Entscheidend ist der bewusste Entschluss, die Patienten und oft auch deren Familien ein Leben lang zu begleiten. Nicht nur dramatische Momentaufnahmen während eines stationären Aufenthaltes im Krankenhaus, nachdem man sich oft aus den Augen verliert, sondern eine stetige Bindung zum Patienten zu halten, gehört dazu.

Von Philipp Daum

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Quelle: HNA

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