Australierin forscht nach ihrem Ururgroßvater – Wiedersehen ist schon geplant

Ahnensuche geht weiter

Gemeinsame Reise in die Vergangenheit: (von links) Lisa und Martin Schelberg und ihr Opa Walter Zarges unterstützten Lucy Schelberg aus Australien bei deren Ahnenforschung in den alten Frankenauer Kirchenbüchern. Foto: Battefeld

Frankenau. Ob sie tatsächlich mit ihrer Gastfamilie Reif verwandt ist, konnte Lucy Schelberg aus Australien während ihres zweiwöchigen Aufenthaltes in Frankenau nicht klären – die Aufzeichnungen in den alten Kirchenbüchern gaben hierzu nichts her.

Eines steht jedoch fest: Die 37-jährige, die die Familiengeschichte ihres im Jahre 1842 in der Ziegenbockstadt geborenen Ururgroßvaters Daniel Johannes Schelberg erforschen wollte (HNA berichtete), reist mit vielen neuen Eindrücken zurück ins heimatliche Brisbane und will auf jeden Fall wiederkommen, um noch mehr über ihre Vorfahren herauszufinden. „Die Zeit war viel zu kurz, ich hätte noch länger bleiben müssen“, sagt Lucy Schelberg, die bei Christina Reif gewohnt hat, deren Ururgroßvater ebenfalls nach Australien ausgewandert war.

„Ich werde zu Hause erst mal alle gewonnenen Informationen sortieren und mir ganz gezielt Fragen aufschreiben, die ich bei meinem nächsten Besuch dann klären will“, kündigt die Australierin an. Vor allem ihre über 80-jährige Großcousine Merle Schelberg brenne darauf zu erfahren, was sie auf ihrer Reise über die Familie herausgefunden habe. Und auch ihr Vater Roy sei schon sehr neugierig, was sie zu berichten habe, obwohl er ihre Pläne, nach Deutschland zu fliegen, zunächst belächelt habe.

Sie habe zumindest herausgefunden, dass ihr Ururgroßvater einige Brüder und Schwestern gehabt habe. „Das war schon sehr aufregend für mich, einfach unbeschreiblich“, schwärmt Lucy Schelberg. Gefreut hat sich der weit gereiste Gast auch über die Hilfsbereitschaft: „Jeder ist nett in Frankenau“, lobt sie und erzählt zum Beispiel von Maria Wanzel, die durch den Zeitungsartikel in der HNA aufmerksam geworden war und gleich in der eigenen Familiengeschichte nach Hinweisen auf Daniel Johannes Schelberg gestöbert hatte.

Auch der Frankenauer Martin Schelberg und seine Schwester Lisa beteiligten sich eifrig an der Ahnenforschung und kamen zu einem unerwarteten Ergebnis: Aus einer von ihrem Großvater Walter Zarges erstellten Familienchronik geht hervor, dass sie möglicherweise die gleichen Vorfahren haben wie Lucy aus Australien. „Es liegt nahe, dass wir verwandt sind“, freut sich Martin Schelberg.

Und sein Opa Walter Zarges – seines Zeichen Heimatforscher aus Schmittlotheim -– ergänzt: „Ein Tröpfchen Blut wird wohl gemeinsam sein.“

Große Hoffnungen hatten Lucy Schelberg und Christina Reif in die alten Kirchenbücher gesetzt, die im Pfarrhaus aufbewahrt werden und in denen wichtige Daten wie Geburt, Taufe oder Hochzeit handschriftlich festgehalten wurden. Einen stichhaltigen Beweis für ihre verwandtschaftlichen Beziehungen konnten sie jedoch nicht ausfindig machen. „Das ist die berühmte Nadel im Heuhaufen“, meint auch Walter Zarges. Er hat aber versprochen, noch einmal in Ruhe die Bücher durchzusehen.

Von Susanna Battefeld

Quelle: HNA

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