Frankenberger spenden Lebensmittel

Aktion hilft hungrigen Menschen

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Frankenberg - Die Wette zwischen der Frankenberger Tafel und Bürgermeister Rüdiger Heß endet mit einem "Riesen-Erfolg": Mehr als eineinhalb Tonnen Lebensmittel wurden für die 637 bedürftigen Menschen im Frankenberger Land gespendet.

„Wir haben nicht mit solch einem tollen Ergebnis gerechnet“, sagte Hans-Jürgen Wilhelm, Schriftführer des Vereins Frankenberger Tafel. Anstatt wie erhofft 400 Kilogramm haben Frankenberger Bürger und Unternehmen 1525 Kilogramm Lebensmittel an die Tafel gespendet.

Anstoß gebend war eine Wette zwischen den Mitgliedern der Tafel und Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß. Er wettete, dass es die Frankenberger bis zum 1. September schaffen, 400 Kilogramm haltbare Lebensmittel an den Verein zu spenden. Der Rathauschef bot an, einen Tag lang den Transporter der Tafel zu fahren und Waren in den Supermärkten abzuholen, wenn er die Wette verlieren würde. Um sie zu gewinnen, habe er kontinuierlich bei offiziellen Terminen auf die Aktion aufmerksam gemacht. „Die direkte Ansprache war das Mittel zum Erfolg“, vermutete er.

Heß zeigte sich dankbar für die tatkräftige Unterstützung aus der Bevölkerung und von Seiten der Unternehmen. Ebenso hob er seine Wertschätzung gegenüber den ehrenamtlichen Mitarbeitern der Frankenberger Tafel hervor, die gespendete Lebensmittel aus Supermärkten abholen, im Tafelladen sortieren und in den Ausgabestellen in Frankenberg, Battenberg, Hallenberg und Gemünden an die insgesamt 637 bedürftigen Kunden aus dem Frankenberger Land verteilen.

Um seinen Dank an die rund 70 ehrenamtlichen Helfer auszudrücken, möchte Heß - obwohl er die Wette gewonnen hat - an einem Vormittag beim Einsammeln der Lebensmittel helfen, denn die Frankenberger Tafel kann jede Unterstützung gebrauchen. Ehrenamtliche Helfer werden laut Wilhelm immer gesucht.

In vier Wochen aufgebraucht

Auch der Schriftführer zeigte sich erfreut über den „Riesen-Erfolg“ der Wette, relativierte das Ergebnis aber auch zugleich: „Wenn wir an jeden unserer 637 Kunden ein Kilogramm der gesammelten Lebensmittel verteilen, sind die eineinhalb Tonnen bereits in vier Wochen aufgebraucht“, erklärte er. Daher seien sie auch weiterhin auf Lebensmittelspenden angewiesen. Denn ein weiterer Grund für die Wette sei neben der Teilnahme am Familienaktionstag auch das nachlassende Waren-Angebot für die Tafel gewesen, erläuterte der stellvertretende Vereinsvorsitzende Dieter Ohlsen. „Die Frankenberger Tafel bekommt weniger Waren angeboten, weil die Supermärkte mittlerweile anders wirtschaften“, sagte er.

Spenden weiterhin nötig

Wilhelm führte weiter aus, dass die Lebensmittelfirmen inzwischen anders kalkulieren würden. Es seien weniger Produkte im Sortiment, die nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums an die Tafel gespendet werden könnten. Doch nicht nur die Menge an Lebensmitteln nehme ab, sondern teilweise auch die Qualität. Daher müsse sich die Tafel stets Aktionen einfallen lassen, um Lebensmittelspenden zu erhalten. Doch auch auf finanzielle Unterstützung seien sie kontinuierlich angewiesen, um die laufenden Kosten, wie Miete und Benzingeld für die Tafel-Busse, decken zu können.

Informationen zur Unterstützung der Frankenberger Tafel gibt es unter Telefon 06451/408231.

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