Kirchenvorstandswahl im Oberen Edertal

Aktionen locken Wähler

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Auch Konfirmanden des Vorjahres kommen zur Kirchenvorstandswahl in Allendorf, wo sich (v. l.) Friedhelm Wickenhöfer, Heinz Bergmoser, Helmut Hoffmann, Erika Junghenn und Pfarrer Gerald Rohrmann über den Andrang freuen.Foto: pr

Biedenkopf - Die evangelischen Christen in den Kirchengemeinden der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) – zu der auch das obere Edertal gehört – haben am Sonntag ihre neuen Kirchenvorstände gewählt.

Entgegen dem Trend in der Landeskirche, wo die Wahlbeteiligung von etwa 20 Prozent auf 18,5 Prozent absank, machten in den 48 Gemeinden der Dekanate Biedenkopf und Gladenbach knapp 28 Prozent der wahlberechtigten Protestanten ihre Kreuzchen auf den Stimmzetteln. Das entspricht der Beteiligung bei den Wahlen im Juni 2009.

„In Anbetracht zurückgehender Bevölkerungs- und damit auch Gemeindemitgliederzahlen kann man da schon von einem guten Ergebnis sprechen“, bewertete der Biedenkopfer Dekan Gerhard Failing die Zahlen. Mit Allendorf (34,3 Prozent), Frohnhausen (34,4), Holzhausen (31,4) und Hatzfeld (40,1) lagen einige Gemeinden sogar noch deutlicher über dem Schnitt.

Generell verzeichneten gerade die kleineren Gemeinden hohe Wahlbeteiligungen. In vielen Kirchenvorständen waren – teilweise nach mehreren Amtsperioden in Folge – altgediente Kirchenvorsteher nicht mehr angetreten, so dass viele neue Gesichter auf den Wahlplakten und in den Kandidatenlisten der Gemeindebriefe zu sehen waren. „Wir sind den Kirchenvorstehern, die nicht mehr kandidiert haben, außerordentlich dankbar für ihren langjährigen ehrenamtlichen Einsatz“, sagt der Biedenkopfer Dekan.

Gleichzeitig freue man sich darüber, dass viele jüngere und junge Menschen nun Verantwortung für ihre Kirchengemeinde übernehmen wollten. Erstmals konnten sich auch Jugendliche, die 14 Jahre alt und bereits konfirmiert sind, als sogenannte Jugend-Delegierte aufstellen lassen: Sie dürfen mit beratender Stimme und, wenn sie volljährig werden, an den Kirchenvorstandssitzungen teilnehmen, erklärt Klaus Kordesch, Öffentlichkeitsreferent der beiden Dekanate. Jugenddelegierte gibt es in Battenfeld, in Biedenkopf-Eckelshausen und in Eschenburg-Roth.

Die Vorstandswahl stand unter dem Motto „Aufkreuzen und ankreuzen“, und viele potentielle Wähler waren diesem Slogan gefolgt. Sowohl nach den Gottesdiensten am Vormittag als auch bei dem meist gutem „Spaziergeh-Wetter“ am Nachmittag konnten sich die Wahlhelfer über Langeweile nicht beklagen.

Zusätzlich fanden in einigen Gemeinden die Vorstellungs-Gottesdienste der neuen Konfirmanden statt, in anderen lockten Aktionen zum Wahlsonntag.

In Battenberg fand beispielsweise ein Flohmarkt zugunsten der Tansania-Partnerschaft der Gemeinde statt, im benachbarten Allendorf waren die Flüchtlinge zum Gemeindefest und dem Pflanzen eines „Baums der Freundschaft“ eingeladen. In den insgesamt 48 evangelischen Kirchengemeinden der evangelischen Dekanate Biedenkopf und Gladenbach waren knapp 50?000 evangelische Christen ab 14 Jahren wahlberechtigt, 27?870 im Dekanat Gladenbach und 21?792 im Dekanat Biedenkopf.

Erstmals konnten auch 1440 Jugendliche aus Gemeinden des Dekanats Biedenkopf und 1819 aus dem Bereich des Dekanats Gladenbach über ihre Gemeindeleitung mitentscheiden. (r)

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