Frankenberg

Alle Bestände per Knopfdruck abrufbar

- Frankenberg (-sg-). Die reichen Bestände des Kreisheimatmuseums im Landratsamt sind jetzt auch digital erfasst.

Münzen aus verschiedenen Jahrhunderten, Häubchen zur Frauentracht, die Steinfiguren des Tyle von Frankenberg, Ofenplatten des Meisters Philipp Soldan, Möbel, Landkarten, alte Vereinsfahnen, barocke Engel, Bibeln aus der Hugenottenzeit, „Feierabendziegeln“, Blaudruck-Model, Handwerker-Werkzeuge – etwa 2000 Objekte sind im Kreisheimatmuseums zu bewundern. Bislang waren die Bestände, wie seit der Museumsgründung Anfang der 1950er-Jahre üblich, auf Karteikarten erfasst, jetzt liegen sie auch als Computerdaten vor – was die Forschungsarbeit wesentlich erleichtert. Etwa drei Jahre hat die Digitalisierung gedauert, gestern stellte die Projektleiterin Anne-Sophie Kahnt die weitgehend abgeschlossenen Arbeiten vor. Im Jahr 2007 hatte die damalige Museumsleiterin Almuth Limmroth damit begonnen, den gesamten Bestand zu durchforsten: Waren die Angaben auf den Karteikarten vollständig und richtig? Standen die Objekte auch dort, wo sie laut Karteikarte stehen müssten? Die damalige Museumsmitarbeiterin Kahnt übernahm die Digitalisierung. In das Thema hat sich die damalige Geschichts- und Germanistik-Studentin eigenständig eingearbeitet. Als Grundlage dienten ihr Computerprogramme des Hessischen Museumsverbandes, die gewissermaßen digitale Karteikarten für die Datenbank liefern. Für jedes Objekt sind darin nach einem festen Muster Angaben einzutragen. Dazu gehört zum Beispiel eine genaue Beschreibung mit Größenangaben, Schäden oder besonderen Merkmalen, erfasst werden soll aber auch, wer die Objekte wann hergestellt hat, woher sie kommen und wer sie wann im Museum abgegeben hat. Problem dabei: Solche Daten gelten heute als wissenschaftlicher Standard, den in der Geschichte des Museums stets ehrenamtlichen Leitern und Mitarbeitern war der nur bedingt bekannt. Folge: Auf manchen Karteikarten fehlen bestimmte Angaben, auch Fehler haben sich trotz des großen Engagements eingeschlichen. Soweit es ihr möglich gewesen sei, habe sie nachrecherchiert, Daten ergänzt oder verbessert, berichtete Kahnt gestern. Sie vergab allen Objekten außerdem neue Inventarnummern nach der Systematik des Museumsverbandes.

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