„Maddin“ Schneider begeisterte 450 Gäste in der Frankenberger Ederberglandhalle

Alle waren „weeche mir“ da

Der „Maddin“, wie er leibt und lebt: Comedy-Star Martin Schneider in Aktion. Foto: Moniac

Frankenberg. „Schön, dass ihr weeche mir hier seid“: So begrüßte „Maddin“ Schneider sein Publikum in der mit 450 Besuchern komplett ausverkauften Ederberglandhalle, grinste breit und hatte bereits da die Herzen der Zuhörer gewonnen und die Lacher auf seiner Seite.

Dann legte er im bekannten südhessischen Frotzelton los und ließ die Zuschauer teilhaben an seinem von üblen „Schicksalsschläjen“ gebeutelten Dasein als Gewohnheitsmensch, „Schneggnversteher“ und angeblichem „Schnellchecker“, dem Thema seines neuen Programms „Lach oder stirb!“.

Zu seinem Alltag gehört Freundin Janine, die ihn zwar jedes Jahr im Mai verlässt, aber Ende Juni dann doch wieder zurückkehrt. Die beiden leben in einer „gut durchdachten Traumwohnung“, in der die Dusche in die Küche integriert ist und die Unterhosen schon mal mit den Tomaten mitgekocht werden, doch richtig stören tut das nicht. Echt „läscherlisch“ wird es aber, als der Vermieter dem Maddin wegen Eigenbedarfs kündigt. Zum Glück hat der gerade das Häuschen der Oma geerbt. Weil das aber „nach doode Has und alde Unnerröcke“ riecht, muss eine andere Bleibe her.

Maddin schlägt bei einem angeblichen „Superschnäppsche“ zu und kauft überstürzt ein völlig verfallenes Haus – „wies von inne aussieht, wollte ich mir für später aufheben“. In dieser Art geht es weiter.

Der Architekt ist ein Versager, die Baufirma betrügt den Naivling, die Arbeiter machen am laufenden Band Mittagspause, doch all das stört den Maddin wenig. „Man nennt mich nicht umsonst ‘Mister Brain’“, sagt er stolz, verlegt die Fußbodenheizung auf den Fliesen und weiß auch für Probleme mit Wandschimmel schnelle Lösungen.

Nicht ganz so überzeugt von Maddins Geschäftssinn ist Janine, die ihn nun – batsch! – endgültig verlässt. Also sei sie schuld daran, „dass mir des passiert ist mit dem Dixiklo“, behauptet der Komiker.

Die nun folgende lange und mit vielen deftigen Anekdoten gewürzte Geschichte nimmt die zweite Hälfte des Programms ein, denn der „Riechel“ klemmt und zwingt den Maddin zum stundenlangen Ausharren im Klohäuschen. „Ich hab geschwitzt wie ein Schweinebraten“, bekennt er und kalauert grinsend weiter, manchmal auch mit Pointen ein bisschen unterhalb der Gürtellinie. – Aber egal, dem Publikum gefiel’s, und einige Gäste amüsierten sich anhaltend lautstark. Am Ende ist das Dixiklo wieder offen, und auch Janine kehrt reumütig zurück; weiteren Episoden aus dem Leben des Traumpaars steht nichts im Wege.

„Ihr seid ja echt klasse, da komm ich gern widder“, lobte der Maddin die Frankenberger, die mit Applaus und Jubelrufen nicht geizten. Zur Belohnung gab’s eine Zugabe, und dann hatten alle Fans am Büchertisch Gelegenheit, den Comedy Star ganz aus der Nähe zu sehen und ein Autogramm zu ergattern.

Von Marise Moniac

Quelle: HNA

Kommentare