Alleinerziehende Hartz-IV-Empfänger sollen sich vernetzen

Waldeck-Frankenberg. Um alleinerziehende Hartz-IV-Empfänger im Landkreis besser zu vernetzen, plant das Jobcenter Waldeck-Frankenberg die Gründung einer Selbsthilfegruppe.

824 Alleinerziehende leben im Landkreis von Hartz IV (Stand: August). „Oft ist der einzige Grund, warum sie Hartz IV beziehen, dass sie Kinder haben“, sagt Kirsten Bischoff, Teamleiterin Markt und Integration beim Jobcenter in Bad Arolsen.

Sozialversicherungspflichtige Teilzeitstellen, die zudem zu kinderbetreuungsfreundlichen Zeiten stattfinden, seien rar. „Und selbst bei einer Teilzeitstelle reicht das Geld meist nicht aus“, sagt Bischoff. 332 der alleinerziehenden Leistungsempfänger erzielen derzeit mit Minijobs und Teilzeitstellen eigenes Einkommen.

Auch wenn die Betreuungsangebote in den vergangenen Jahren erweitert wurden, kriege man eine flächendeckende Betreuung im ländlichen Bereich nicht hin, sagt Julia Rusch, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt beim Jobcenter. „Deswegen wollen wir mit der Gruppe Hilfe zur Selbsthilfe fördern.“ Dies könne so aussehen, dass eine Mutter eben mal drei Kinder aus dem Kindergarten abhole, wenn die anderen Mütter länger arbeiten müssten. „Sie sitzen schließlich alle in einem Boot“, sagt Bischoff. Die Alleinerziehenden könnten sich gegenseitig unterstützen und voneinander profitieren. „Das fängt bei ganz kleinen Dingen an: Die eine kann vielleicht gut nähen, die andere ist eher handwerklich begabt“, sagt Rusch.

Die geplante Selbsthilfegruppe soll ab November zunächst alle sechs Wochen in Korbach stattfinden. Dort stellt der Bildungsträger Delta die Räumlichkeiten des Bürgertreffs „Mahlzeit“ für die Treffen zur Verfügung. „Wird das Angebot angenommen, sind weitere Selbsthilfegruppen im Kreis geplant“, sagt Rusch.

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Quelle: HNA

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