Gespräche zwischen Schwalmstadt und acht Kommunen

Wie Allendorf/Bromskirchen: Gemeinde-Verbund im Kreisteil Ziegenhain angedacht

Schwalmstadt. Schwalmstadt, die größte Stadt des Schwalm-Eder-Kreises, will mit den anderen acht Kommunen des Kreisteils Ziegenhain über die Bildung einer umfassenden Verwaltungsgemeinschaft sprechen.

Der Vorschlag der FDP-Fraktion wurde in der jüngsten Stadtverordnetensitzung einstimmig angenommen. Der geplante Verbund ist vergleichbar mit der Verwaltungsgemeinschaft, die in Allendorf-Eder und Bromskirchen bereits beschlossen wurde und dort zum 1. Januar 2015 starten soll.

Hier wie dort geht es darum, Kosten zu reduzieren. Schwalmstadt hat hohe Schulden, sie belaufen sich für Stadt und Stadtwerke auf über 90 Mio. Euro.

Schwalmstadts FDP-Sprecher Dr. Constantin Schmitt warb dafür, sämtliche Verwaltungen von Gilserberg bis Oberaula unter einen Hut zu bringen, "vom Einwohnermeldeamt bis zum Ordnungsamt". Das sei eine echte Chance, "je früher, desto eher gibt es die Einsparungen". Es gebe zwar noch viele Fragen, doch sollte der Dialog jetzt beginnen. Es könnten große Verbundeffekte erzielt werden, wenn zum Beispiel die EDV gemeinsam genutzt wird. Durch schrittweisen Personalabbau könne die Neuorganisation ohne Kündigungen gelingen, künftiger Anlaufpunkt sollten Bürgerbüros in den größeren Orten sein.

Mit dem Verhandlungsauftrag zu dieser "kleinen Revolution" werde Bürgermeister Dr. Näser auf wenig Freude bei den Nachbarn stoßen, sagte SPD-Fraktionschef Michael Schneider, "die Kleineren haben dabei das Gefühl, dass sie ihre Selbstständigkeit aufgeben". Allerdings sei es eine Tatsache, dass die einwohnerschwachen Kommunen im Haushaltswesen immer mehr überfordert seien, der Weg sei daher richtig. Schneider: "Es muss Vertrauen aufgebaut werden, Schritt für Schritt."

Auch Karsten Schenk, Chef der CDU-Fraktion, schätzt das Vorhaben als kleine Revolution ein, die er allerdings mittelfristig nicht für realistisch hält. Interkommunale Zusammenarbeit sei grundsätzlich gut, "man muss die Menschen mitnehmen". Sprecher von Grünen und Freien Wählern lobten den Vorschlag ebenfalls.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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