Battenberg

Alte Battenberger erzählen.

- Battenberg (da). Sie erzählen vom Nachtwächter, der durch die Oberstadt lief, vom Kneipenbesuch und von der Eröffnung der Bahnstrecke: Anna Müller, Hermann Wack, der „Reh-Sattler“ Winter, Altbürgermeister Wilhelm Arnold und seine Frau Louise berichteten am Mittwochabend in der Burgberghalle von Battenberg, wie es Anfang des 20. Jahrhunderts war. Die FZ veröffentlicht einen Teil der Aufnahmen.

Die fünf sind längst verstorben. Im Dezember 1976 sprachen sie – im Alter von über 80 Jahren – ihre Erlebnisse auf Tonband. Willi Ernst und Jürgen Jacobi waren damals die Initiatoren. Die Bänder waren lange verschollen und erst im vergangenen Jahr wieder entdeckt worden. Unter Federführung von Gerhard Grabowski und Günter Wack hat die Bürgerliste Battenberg die Aufnahmen restaurieren und digitalisieren lassen.

Das Interesse an den Erzählungen war groß: Rund 250 Besucher hörten am Mittwochabend Anekdoten vergangene Tage. Ältere Zuhörer kannten die Erzähler noch selbst, erinnerten sich am Mittwoch an die Stimmen.

Günter Wack hatte die Interviews zusammengefasst und um alte Bilder ergänzt, die er zu den Erzählungen zeigte. Und es gab viel zu berichten vor knapp 35 Jahren. Zum Beispiel von Louise Arnold, die „Amme Tante“. Sie hat 30 Jahre als Hebamme in Battenberg gewirkt hat und in dieser Zeit 627 Battenberger auf die Welt gebracht. Viele waren am Mittwoch in der Burgberghalle und erhoben sich auf Nachfrage von Günter Wack kurz von ihren Plätzen. „Das wirklich Spannende ist, dass diese Generation, die schon seit Jahrzehnten nicht mehr unter uns ist, durch die historischen Tonbandaufnahmen ihre Geschichten selbst noch einmal erzählen konnten“, sagte Wack. Teilweise berichteten sie auf dem längst ausgestorbenen Battenberger Platt.

Immer wieder schmunzelten die Zuhörer. Zum Beispiel beim Bericht, wie zwei alte Battenberger Bahnfahrkarten kaufen wollten nach „Illerschhausen“, Der Bahnbeamte konnte „Illerschhausen“ nicht finden es war zu der Zeit der Name in Battenberg für Frankenberg.

Günter Wack kündigteam Mittwoch an, dass noch ein zweiter Abend mit weiteren alten Erzählungen folgen solle.

Die Erzählung über die Fahrt nach "Illerschhausen" finden Sie hier.

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