Jochen Karl Mehldau hat Dodenauer Familienkartei aus Kirchenbüchern erstellt

Was alte Bücher erzählen

Familienforschung erheblich erleichtert: Jochen Karl Mehldau (2. von links) hat in einer fünfjährigen Fleißarbeit die Dodenauer Kirchenbücher seit 1625 ausgewertet. Pfarrerin Eleonore Merkel zeigt eine der dabei entstandenen Karteikarten. Rechts der Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Axel Marburg, mit einem aufgeschlagenen Kirchenbuch. Foto: Hoffmeister

Dodenau. Es war eine Fleißarbeit: Fünf Jahre lang hat der pensionierte Vermessungsingenieur Jochen Karl Mehldau (77) die Kirchenbücher der evangelischen Kirchengemeinde Dodenau ausgewertet und eine Familienkartei erstellt. „Das ist bei der Suche schon eine enorme Arbeitserleichterung. Darüber hinaus werden die Kirchenbücher geschont“, freute sich der Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Axel Marburg. Auch Pfarrerin Eleonore Merkel dankte Mehldau für dessen ehrenamtliche Arbeit.

150 000 Personen erfasst

„Wichtig ist, dass man auch im Ruhestand eine Aufgabe hat“, sagt Jochen Karl Mehldau bescheiden. Er war in Bad Laasphe zur Schule gegangen und hat im Wittgensteiner Land in den vergangenen Jahren sämtliche Kirchenbücher ausgewertet. Mehr als 150 000 Personen hat Mehldau dabei erfasst. Über diese Arbeit waren auch die Kontakte nach Dodenau entstanden. Bis ins Jahr 1625 lässt sich in Dodenau Familiengeschichte über die zwölf vorhandenen Kirchenbücher zurückverfolgen.

„Kirchenbücher sind keine Lesebücher für Erstklässler“, machte Jochen Karl Mehldau bei der Vorstellung seiner Arbeit deutlich. Die handschriftlichen Einträge seien vielfach mit Schnörkeln versehen und in lateinischer Sprache verfasst. Auch sei die Rechtschreibung aus dem 17. und 18. Jahrhundert nicht mit der heutigen vergleichbar. „Die früheren Pfarrer haben ihre Tinte selbst angerührt und dafür mal mehr, mal weniger Wasser verwendet“, sagte Mehldau. Deshalb sei das Schriftbild unterschiedlich stark.

Dazu kommen „menschliche Versäumnisse“: „In den ersten 60 bis 70 Jahren fehlt das Eheregister“, sagte Mehldau. Dieses sei vermutlich im Laufe der Jahrhunderte verloren gegangen. Teilweise hätten die früheren Pfarrer gar nichts eingetragen, manchmal seien die Eintragungen auch nicht eindeutig zuzuordnen. So hätten zwischen 1755 und 1759 drei Männer mit dem Namen Jakob Benner geheiratet. Zwei der Frauen hießen Anna Maria Feisel, ihre Väter Johannes oder Johann. Von 14 Kindern, die zwischen 1756 und 1777 getauft wurden, sei nicht immer eindeutig zu klären, welches Kind zu welcher Familie gehöre.

Für weitere Unsicherheiten sorgen unterschiedliche Schreibweisen. So wurde der in Dodenau verbreitete Name Glöser mal mit „C“, mal mit „K“ und mal mit „G“ geschrieben. Über ein selbst ausgetüfteltes System, in das er die Paten einbezogen hat, sei er in den meisten Fällen zum richtigen Ergebnis gekommen, so Mehldau. artikel unten

Von Thomas Hoffmeister

Quelle: HNA

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