Karl Knobloch übergibt Werk seiner Jugend

Alte Tümpel gibt es nur noch im Buch

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Margret Scholl und das jüngste Vereinsmitglied, Niklas Vaupel, erhalten von Professor Karl Knobloch (vorne, von links) dessen Aufzeichnungen über Flora und Fauna der ehemaligen Tümpel in der Lehmenkaute.

Frankenberg-Geismar - Sicher verwahrt, aber fast vergessen, haben die Forschungen des jungen Karl Knobloch die Jahrzehnte überdauert. Am Freitagabend übergab der heutige Professor die gebundenen Daten an das Museum seines Heimatdorfes Geismar. Dort sollen sie für die Nachwelt erhalten bleiben.

Ein wenig gerührt ist Karl Knobloch, aber auch zu Scherzen aufgelegt: „Natürlich würde ich die Arbeit mit ‚sehr gut‘ bewerten“, sagt der Professor aus Erlangen, Biologe und Pharmazeut. Er lacht, meint er doch sein eigenes Werk: „Mikrobiologische Untersuchung der Fauna und Flora des Tümpels in der Gemarkung Geismar“, heißt das Buch. Es ist künftig im Heimatmuseum zu sehen, dem der gebürtige Geismarer es überlässt.

Er hat es als Schüler an der Edertalschule verfasst. Auf das Jahr 1956 datieren die jüngsten Aufzeichnungen. „Ich war schon immer an dem interessiert, was wächst und sich bewegt“, sagt er bei der Übergabe an den Heimatverein, dessen Vorsitzende Margret Scholl seine Schwester ist. Mit zehn Jahren habe er begonnen, zu notieren und zu zeichnen, was in dem Tümpel auf der Lehmenkaute - heute komplett überbaut - lebt und gedeiht. „Das interessante ist, dass das Wasser niemals verdunstet ist. Es gab die immer gleiche Lebensgemeinschaft, die man beinahe als eigenen Organismus bezeichnen kann“, sagt der Botaniker.

Auch wenn es den Tümpel heute nicht mehr gebe, sei das Werk noch immer von Wert: „Es gibt in ganz Deutschland viele weitere Tümpelchen oder Alt-arme von kleinen Flüssen, die sicher ähnliche Lebensgemeinschaften aufweisen“, erklärt er den Zuhörern in dem vom bollernden Ofen beheizten Museum. Überrascht sei er von der Qualität gewesen, die sein eigenes Werk aus jungen Jahren hat - „es ist eine wertvolle und exakte Sammlung und Beschreibung der Gemeinschaft von damals“, fasst Karl Knobloch zusammen. Deshalb möchte der Verein in der nächsten Zeit auch versuchen, eine Kopie des Buches in die Bibliothek des Nationalparkzentrums in Herzhausen zu bekommen. „Irgendwann ist vielleicht jemand froh, wenn er Daten aus jener Zeit zur Verfügung hat“, drückt der Verfasser seine Hoffnungen für das umfangreiche Buch aus.

Im Anschluss erkundet der Geismarer, mit welcher Sorgfalt und Liebe zum Detail seine früheren Mitschüler und Freunde die Geschichte ihres Dorfes im Museum bewahren.

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