Unterschriften gefälscht und in die Kasse gegriffen

Altenheim-Leiterin veruntreute 210.000 Euro

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Waldeck-Frankenberg. Etwa 210.000 Euro hat die frühere Leiterin eines Altenheims in den Jahren 2005 bis 2010 veruntreut. Vor Gericht kam sie trotzdem mit einer Bewährungsstrafe davon.

Insgesamt 176 Mal soll die 51-Jährige in die Kasse gegriffen und dabei auch in 70 Fällen Unterschriften gefälscht haben. Laut Anklage hat sie Gelder in bar von Bewohnern des Seniorenzentrums oder deren Betreuern entgegengenommen und quittiert. Diese sollten eigentlich der Hauskasse zugeführt werden, damit die Kosten bezahlt und Taschengeld ausgezahlt werden konnten. Stattdessen behielt die Angeklagte Beträge zwischen niedrigen dreistelligen Bereichen bis hin zu in einem Fall von 14 000 Euro für sich.

Außerdem habe sie umgekehrt Geld aus der Kasse genommen und - anstatt es den Senioren auszuzahlen - ebenfalls an sich genommen und veruntreut. Darüber hinaus habe sie die Vollmacht einer alten Frau dazu genutzt, deren Konto in zehn Abhebungsschritten um mindestens 33 000 Euro zu erleichtern.

„Ich denke mal, dass ich das alles war. Ich schäme mich ja so“, gestand die Angeklagte alle Vorwürfe. Wie Richterin Nadine Bernshausen berichtete, habe sich das Verfahren aufgrund einer psychischen Erkrankung der Frau so lange hingezogen. Auch vor den Taten habe sie bereits unter Stress und Verlustängsten gelitten, sagte die 51-Jährige.

Aufgrund einer Insolvenz beruhend auf früherer Selbständigkeit habe ihr Haus zur Zwangsversteigerung gestanden. Sie habe irrigerweise geglaubt, dies mit Glücksspiel verhindern zu können. „Ich wollte mein Zuhause nicht verlieren. Ich weiß, dass das keiner verstehen kann, aber ich war so verzweifelt.“

Das veruntreute Geld habe sie in Lotto und die Kasseler Spielbank investiert. (kse)

Wie Richterin Bernshausen das Urteil begründete und welche Bewährungsauflagen sie verhängte, lesen Sie in der gedruckten Donnerstag-Ausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

Quelle: HNA

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