Altenlotheimer hält seltene Diepholzer Gänse

Frankenau. Rund 50 seltene Haustierrassen gibt es in der Arche-Region um Frankenau. In diesem Teil unserer Serie geht es um die Diepholzer Gänse der Familie Backhaus aus Altenlotheim.

Ihr geringes Gewicht macht der Diepholzer Gans Probleme. Denn in der kommerziellen Zucht werden heute schwerere Hybridrassen bevorzugt. Nur noch gut 300 Diepholzer Gänse sind im Zuchtbuch vermerkt, in dem alle reinrassigen Tiere dieser Rasse aufgelistet sind. Dass es die Rasse überhaupt noch gibt, ist auch Menschen wie Alexander Backhaus zu verdanken. Der Altenlotheimer hält momentan 25 dieser Gänse und züchtet sie seit mehr als zwölf Jahren.

Federvieh liegt Backhaus am Herzen. Über 100 Enten, Hühner und Gänse hält er in der Nähe seines Hofes und bietet ihnen neben Zugang zu einem Bach inzwischen auch einen extra angelegten Teich. Aber die Diepholzer Gänse mit ihrem leuchtend weißen Gefieder mag er besonders - auch oder gerade wegen ihres Gewichts. „Sie ist leichtfüßig, brutfreudig, kommt mit magerem Futter klar und ist eine gute Weidegans.“

Alexander Backhaus

Zufüttern müsse man die Gänse im Sommer nicht. Das ist wichtig für den Altenlotheimer, denn er setzt die Gänse unter anderem für die Pflege seiner Obstwiesen ein. „Mit schweren Maschinen funktioniert die Pflegenicht, und größere Tiere, wie zum Beispiel Kühe, würden an den Bäumen knabbern oder sich selbst als Apfelpflücker betätigen.“ Dabei wachsen auf seinen Obstwiesen ganz verschiedene Apfelsorten, von denen manche ähnlich selten seien wie die Diepholzer Gänse.

Doch nicht nur als ökologisch-wertvoller Rasenmäher werden die Gänse bei Familie Backhaus eingesetzt. Sie sind auch aufgeweckte Wachhunde, erfolgreiche Ausstellungs-Stars und schmackhafte Braten. „Und natürlich wollen wir einen Beitrag zum Artenschutz leisten“, sagt Backhaus. Bei der Zucht der Diepholzer Gans gehe es schließlich auch darum, die Gen- und Artenvielfalt zu erhalten.

Genpool wird kleiner

Denn inzwischen gibt es in der kommerziellen Zucht nur noch eine kleine Auswahl von Hybridrassen, die aus Kreuzungen gezüchtet werden. Dadurch wird der Genpool der Gänse kleiner. Das könne dafür sorgen, dass eine Krankheit die gesamte Gänsepopulation gefährde. „Und das wollen wir ja nicht“, sagt Alexander Backhaus.

Hintergrund

Die Genügsamkeit und Widerstandsfähigkeit der Diepholzer Gans ist ein wichtiges Rassemerkmal. Sie liegt begründet in der Haltung. Die Gans wurde in ihrem Ursprungsgebiet in Niedersachsen in großen Herden auf kargen Bruchweiden mit Süß- und Sauergräsern gehalten. 2013 gab es laut Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen noch 363 Zuchttiere.

Quelle: HNA

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