Wasserversorgung in Frankenau

Alternativen zur 45 Jahre alten Quelle

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Noch ist an der Allendorfer Quelle alles in bester Ordnung: Wassermeister Heinz Brück zapft testweise Wasser ab, Stadtrat Ortwin Bauch und Bürgermeister Björn Brede (von links) schauen zu. Für den Fall, dass es an dem Tiefenbrunnen einmal Probleme geben sollte, sucht die Stadt derzeit nach möglichen Alternativen. Foto: Andrea Pauly

Frankenau-Allendorf - Pro Sekunde rauschen 17Liter Wasser durch die Leitung aus dem Tiefenbrunnen in Allendorf/Hardtberg. Die Quelle versorgt insgesamt Menschen in 13 Orten mit Trinkwasser. Um vorbereitet zu sein, falls sich das ändert, prüft die Stadt Frankenau derzeit verschiedene Möglichkeiten.

Seit 45 Jahren sprudelt aus 38 Metern Tiefe bei Allendorf/Hardtberg stetig und verlässlich genug Trinkwasser, um die gesamte Stadt Frankenau mit allen Stadtteilen sowie Haubern, Friedrichshausen, Dörnholzhausen, Willersdorf und die Hainaer Ortsteile Römershausen, Mohnhausen und Oberholzhausen mit frischem Wasser zu versorgen. Doch wie lange diese Quelle noch Wasser hervorbringt, kann niemand vorhersagen.

Aktuell weist zwar nichts darauf hin, dass die Wasserversorgung durch den Tiefenbrunnen in Gefahr ist. „Aber theoretisch ist die Lebenserwartung des Brunnens längst abgelaufen“, sagt der Frankenauer Wassermeister Heinz Brück.

Und weil es sich um die einzige Trinkwasserquelle für Frankenau samt Stadtteilen handelt, macht sich der Magistrat der Stadt derzeit Gedanken, um mögliche Alternativen für eine künftige Versorgung zu finden. Denn die Stadt soll für den Notfall gerüstet sein - und im schlimmsten Fall auch für das Versiegen der bisher stets so verlässlichen Allendorfer Quelle. Nach Angaben von Frankenaus Bürgermeister Björn Brede ist auf Empfehlung eines Brunnenbauers eine hydrogeologische Untersuchung der gesamten Frankenauer Gemarkung geplant. Dabei soll der Hydrogeologe mögliche weiteren Quellen ermitteln und eine Empfehlung für eine geeignete zweite Trinkwasserversorgung aussprechen. Das können ebenso stillgelegte Brunnen sein, wie auch neue Bohrungen nach sprudelndem Trinkwasser. Ziel der Stadt ist es aber auch, den bestehenden Brunnen in Allendorf so lange wie möglich zu pflegen und instand zu halten.

Schon seit Jahren - sogar seit Jahrzehnten, sagt der Wassermeister - besteht eine Absichtserklärung zwischen der Stadt Frankenau und der Stadt Frankenberg: Beide Kommunen zeigen sich willens, der jeweils anderen Stadt im Fall von Schwierigkeiten bei der Wasserversorgung auszuhelfen. Diese Absichtserklärung ist derzeit jedoch nur ein Lippenbekenntnis. Denn die Stadt Frankenberg habe laut Brück bisher gar keine Möglichkeit, den Frankenauern über das Leitungsnetz auszuhelfen, erläutern Brede und Brück.

Derzeit suche die Nachbarkommune nach Möglichkeiten, im Hauberner Gebiet selbst Wasser zu fördern, berichtet Brede. Sollte dieser Plan Realität werden, sei damit auch die Versorgung der Frankenauer durch eine andere Quelle möglich. Weil dies jedoch noch nicht absehbar sei, mache sich die Stadt auch in der eigenen Gemarkung auf die Suche nach möglichen Brunnen.

Seit 1968 werden die Frankenauer Kernstadt und die Dörfer von der Quelle in Allendorf/Hardtberg versorgt. Das haben die Bürger der Risikobereitschaft der Allendorfer und Dainroder zu verdanken: Sie haben die damals umstrittene Bohrung umgesetzt - mit Erfolg, erinnert sich Ortwin Bauch, Magistratsmitglied aus Allendorf.

Drei Jahre später wurden die Frankenberger Stadtteile angeschlossen. Die Hainaer Dörfer kamen erst vor einigen Jahren hinzu - über die Schnittstelle in Haubern. Sollte die Pumpe am Tiefenbrunnen einmal ausfallen, haben die Techniker sechs bis acht Stunden Zeit, sie auszutauschen. Bei normalem Verbrauch reicht der Wasserspeicher im Hochbehälter so lange. Den Angaben von Wassermeister Heinz Brück zufolge sind aber nur drei Stunden für einen Austausch notwendig.

Die Bürger würden von einem Ausfall der Pumpe also gar nichts mitbekommen - es sei denn, so etwas geschehe mitten in der Nacht. „Dann dauert es schon etwas länger.“ Sollte es jedoch zu einem unvorhergesehenen Problem kommen, das nicht in einigen Stunden zu lösen ist, steht die Stadt schnell vor ernsthaften Schwierigkeiten. Denn eine Notversorgung wäre kompliziert, sagt Wassermeister Brück, „jedenfalls ist das nicht an einem Tag zu machen“.

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