Hatzfeld: Historisches Gebäude soll neu aufgebaut werden

Altes Backhaus als neuer Treffpunkt

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Bürgermeister Dirk Junker (l.) und Claus Czekala vor dem mehr als 250 Jahre alten Hatzfelder Backhaus, das abgetragen und neu aufgebaut werden soll.Foto: Mark Adel

Hatzfeld - Unscheinbar, zugewuchert und versteckt in einem Hinterhof liegt das alte Backhaus. Brot gebacken wurde dort seit Jahrzehnten nicht mehr. Einige Hatzfelder wollen das ändern.

Das Backhaus steht auf dem Gelände des Sägewerks Reitz nahe der Eder. Das Sägewerk steht seit den 1960er-Jahren still, und mindestens ebenso lange wird das Backhaus nicht mehr genutzt. Im Projekt „Zukunftsicherung“ hatte Verena Schneider die Idee, das Backhaus zu sanieren.

Claus Czekala war von dem Vorschlag angetan: Der pensionierte Bauingenieur leitet die Projektgruppe Städtebauliche Entwicklung. Ziel ist, das Haus abzutragen und neben dem alten Kindergarten als Bürgertreffpunkt wieder aufzubauen. Dort, im Bereich des Bürgerhauses, soll auf einer 400 Quadratmeter großen Fläche ein neuer Stadtmittelpunkt entstehen. Bürgermeister Dirk Junker unterstützt die Projektgruppe, die sich derzeit zwei Problemen stellen muss: Das Haus ist denkmalgeschützt und darf deshalb nicht entfernt werden – und für den Wiederaufbau fehlt das Geld. Wegen des Schutzschirms darf die Stadt keinen Kredit aufnehmen.

Czekala hofft, dass er eine Einigung mit der Denkmalpflege erzielen kann. Denn bleibt das Haus am jetzigen Standort an einer Böschung stehen, würde es verfallen und möglicherweise schon bald unwiederbringlich zerstört: Eine angrenzende Stützmauer droht gegen das Häuschen zu stürzen. „Es muss schnellstens was gemacht werden“, sagt Claus Czekala, der das historische Gebäude in jedem Fall bewahren möchte.

Vermutlich wurde das Backhaus 1760 erbaut. Es hat eine Grundfläche von etwa 8,40 mal 3,80 Metern und besteht aus Mauern und ausgemauertem Fachwerk. Ein Gefach besteht aus Weidengeflecht – vermutlich ist das der ursprüngliche Zustand. Der Ofen sei ungewöhnlich groß, berichtet Claus Czekala. „Er ist fast drei Meter lang.“ Das Häuschen sei in einem verhältnismäßig guten Zustand, „auch der Ofen würde noch funktionieren“. Die genaue Funktionsweise ist allerdings noch unklar. So befinden sich im hinteren Bereich des Ofens drei senkrechte Züge, die zugemauert wurden. Der Ofen sei in einem sogenannten Korbbogen gemauert. „Das ist eigentlich typisch für das Münsterland, aber nicht für unsere Region.“

Neben dem Denkmalschutz sind die Kosten ein weiteres Hindernis. 70.000 Euro sind veranschlagt. „Die Masse sind Personalkosten“, sagt Bürgermeister Dirk Junker. Und die können gespart werden, denn Claus Czekala hat einige Hatzfelder Handwerker und Firmen für das Projekt begeistern können. Sie wollen unentgeltlich helfen. Die Materialien können vermutlich weitgehend wiederverwendet werden, beispielsweise Steine, Balken und die Biberschwanzplatten auf dem Dach. „Wir brauchen nur etwa 1,5 Kubikmeter Holz.“ Selbst die alte Eingangstür soll erhalten bleiben. Czekala und Junker sind zudem guter Dinge, dass das Projekt mit europäischen Leader-Mitteln gefördert wird, die die Region Burgwald-Ederbergland verteilt.

Das Backhaus ist nicht das einzige Projekt, für das die Stadt Fördergeld beantragen will: Auch das Kaffee Eintopf soll bezuschusst werden (FZ berichtete). Bis zur Feier des 675-jährigen Bestehens der Stadt im nächsten Jahr wird der neue Dorfplatz allerdings wohl nicht fertig. Die Fördermittel können frühestens im Januar bewilligt werden. In den Projektgruppen sind noch einige weitere Pläne geschmiedet worden. „Ideen haben wir genug“, sagt Claus Czekala. „Das Backhaus wird aber das größte Projekt.“ Dirk Junker sieht darin auch einen touristischen Anziehungspunkt. (da)

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