Dodenau

Amateurfilmer haben Dokumentation gedreht

- Battenberg-Dodenau (da). Das Amateurfilmteam hat sein neues Werk „Dodenauer Rückblicke“ fertiggestellt. Besonderheiten des Dorfs stellen die Filmemachervor – passend zum 825-jährigen Bestehen. Am Freitag, 30. Oktober, wird die Dokumentation im Gasthaus Glöser-Kraus uraufgeführt.

Battenberg. Das AFT ist wieder da: Nach dem aufwändigen Spielfilm „Tatinowi“ haben die Amateurfilmer eine etwa einstündige Dokumentation über Dodenau gedreht. Beteiligt waren die Gründungsmitglieder des AFT Wolfgang Müller, Hans-Helmut Müller, Frank Feisel, Reiner Zissel, Eckhard Krumm, Armin Schmidt sowie Claudia Köhler-Müller, Sebastian Sassor Regina und Kurt Naumann.

Gezeigt wird der Film dreimal am Freitag, 30. Oktober, Samstag, 31. Oktober, und Sonntag, 1. November, jeweils im Saal der Gaststätte Glöser-Kraus. Das AFT beteiligt sich mit den drei Filmabenden am Dorfjubiläum – wie schon im Frühjahr, als die Spielfilme zu sehen waren. Das 825-jährige Bestehen Dodenaus ist auch Anlass für die neue Dokumentation. Außer dem neuen Werk werden auch ältere Filme über das Dorf gezeigt (siehe Kasten). „Das alles passt gut ins Jubiläumsjahr“, erklärt Reiner Zissel.

„Wir wollten Dinge herausstellen, die typisch für unser Dorf sind“, erläutert Frank Feisel. Verschiedene Zeitzeugen kommen im aktuellen AFT-Projekt zu Wort. Den Hauptteil des Films „Dodenauer Rückblicke – Leben und Arbeiten in vergangener Zeit“ nimmt die Gerbereigeschichte ein.

Bis in die 50er Jahre gab es in Dodenau Gerbereien – das unterscheidet Dodenau von anderen Dörfen. Unter anderem berichten der frühere Ortsvorsteher Alfred Schäfer und die Brüder Karl-Walter und Werner Inacker über das einst bedeutende Handwerk. In der Ruine der Firma Zissel, eine der größten Gerbereien, drehte das AFT. „Die Leute, die berichten können werden immer älter“, sagt Hans-Helmut Müller. Deshalb sei es wichtig, jetzt Zeitzeugen zu Wort kommen zu lassen.

Zum Gerben gehört das Herstellen der Lohe aus der Rinde junger Eichen – eine Arbeit, die Werner Krumm als junger Mann übernommen hatte. Auch er kommt zu Wort, ebenso Helmut Schmidt, der über den Bau der Wasserleitung berichtet. Die Dodenauer Mühlen, der Aufbau der Wasser- und Stromversorgung und die Geschichte des Maifests ab 1948 sind weitere Themen der Dokumentation. Sie besteht aus Interviews, aktuellen Bildern und nachgestellten historischen Szenen in schwarz-weiß. Nach der Fertigstellung von „Tatinowi“ im Jahr 2008 haben die Amateurfilmer mit den Arbeiten an der Doku begonnen.

„Das verwendete Material ist aber teilweise älter“, erklärt Hans-Helmut Müller. Bislang unveröffentlichte Filmaufnahmen entstanden zum Beispiel 1990 beim letzten Maifest in der alten Halle an der Eder, die damals der Mehrzweckhalle weichen musste. Auch zahlreiche alte Fotos werden in den Film eingebunden. Viele stammen aus dem Archiv von Adolf Leng. Dieses Zusammenspiel von alten und neuen, bewegten und unbewegten Bildern hat Wolfgang Müller, die treibende Kraft des AFT, besonders gereizt – schließlich bieten sie besondere Möglichkeiten, beispielsweise durch Überblendungen.

Anspruch auf Vollständigkeit erheben die Filmer nicht. Sie wissen, dass es noch viel mehr Themen gibt, die aufgegriffen werden, allerdings nicht ganz einfach filmerisch umgesetzt werden könnten. Kameramann Wolfgang Müller schließt indes nicht aus, dass die Dokumentation im Laufe der Zeit noch „erweitert“ wird.

Die AFT-Mitglieder geben aber auch zu, dass der Spaßfaktor bei den „Tatinowi“-Dreharbeiten höher gewesen sei. Bei keinem der bisherigen Filme sei es so sehr auf die Recherche angekommen wie dieses Mal. Ob es bald wieder einen Spielfilm aus Dodenau gibt, wollen die Filmer noch nicht sagen. In Planung sei noch nichts, wiegeln sie ab. Aber: „Die Ideen entstehen am Premierenabend“, sagt Frank Feisel. Filmfans dürfen also auf weitere Taten hoffen.

om 30. Oktober bis zum 1. November zeigt das AFT die neue Dokumentation über Dodenau und alte „Heimatfilme“. Premiere des Films „Dodenauer Rückblicke“ ist am Freitag, 30. Oktober, ab 20 Uhr. Gezeigt wird auch „Abschied ohne Tränen“ aus dem Jahr 1982 über das Ende des Personenzugverkehrs im Oberen Edertal.

Auch am Samstag, 31. Oktober, beginnt die Vorführung um 20 Uhr. Dann wird außerdem der Heimatfilm „Unser Dorf“ aus dem Jahr 1976 gezeigt. Am Sonntag, 1. November, werden ab 19 Uhr eine Dorfdokumentation aus dem Jahr 1958 und die „Dodenauer Rückblicke“ gezeigt.Der Saal der Gaststätte Glöser-Kraus wird zum „Kino“ umfunktioniert. Der Eintritt beträgt 3,50 Euro. Vorverkaufstellen sind die Filiale der Sparkasse Battenberg und die Firma Elektro-Müller in Dodenau.

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