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Amerikaner für Frankenberg gewinnen

In Frankenberg geboren, berät Dr. Reinhard König amerikanische Unternehmen aus der Biotech- und Medtech-Branche bei ihren Expansionsplänen nach Deutschland. Auf Initiative von Pierre Brandenstein (rechts) hat er in seiner Heimatstadt die Chancen aufgezeig

Frankenberg - Hat Frankenberg das Potenzial, ein kleines Silicon Valley zu werden? Nach Ansicht des gebürtigen Frankenbergers Dr. Reinhard König durchaus. Er sucht im Auftrag amerikanischer Unternehmen aus der Biotechnologie und Medizintechnik-Branche nach geeigneten Standorten für Ansiedlungen.

Unternehmer aus dem Frankenberger Land und Vertreter von Verbänden wie dem Arbeitskreis der Wirtschaft für Kommunalfragen oder dem Kaufmännischen Verein haben sich in einem Sondierungsgespräch über Chancen und Perspektiven von Unternehmensansiedlungen aus der Biotechnologie und ähnlicher Zukunftstechnologien informiert.

Anlass des Gesprächs war ein Besuch von Dr. Reinhard König. Der gebürtige Frankenberger Mediziner ist seit etwa 20 Jahren im Unternehmen der Bio-Pharmazeutischen- und Medtech-Industrie an der amerikanischen Ostküste und in Kalifornien tätig. Ein aktueller Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Management-Beratung für internationale Unternehmen der Biotechnologie-Branche. In diesem Rahmen unterstützt er gegenwärtig US-Unternehmen bei der Ansiedlung von Tochtergesellschaften in Deutschland. König war auf Einladung von Pierre Brandenstein, Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Frankenberger Stadtverordnetenversammlung, in seiner Heimatstadt.

König beschrieb die Möglichkeiten zur Ansiedlung einer oder mehrerer dieser Tochtergesellschaften: „Unternehmen dieser Art sind auf der Suche nach Standorten wie Frankenberg, die durch günstige Lebenshaltungskosten überzeugen. In den großen Biotech- und Medtech-Clustern - wie etwa dem Silicon Valley in den USA - machen es die Lebenshaltungskosten schwer, Talente für diese Jobs zu rekrutieren und erhöhen somit die Kosten für Firmen. Aufgrund der weltweiten Vernetzung von Wissenschaft und Biotechnologie seien jedoch auch Standorte in eher strukturschwachen Gegenden möglich. „Die Tendenz zur Virtualisierung von Hightech-Unternehmen, wo Mitarbeiter mittels Telekommunikation am Wertschöpfungsprozess teilnehmen, ist ein weiterer Faktor, der eine Ansiedlung von Hightech-Unternehmen abseits der Ballungsgebiete attraktiv macht.“

König hält daher auch eine Anbindung Frankenbergs an die weltweite Biotech-Community für möglich. „Eine Ansiedlung in Frankenberg ist durch den weltweiten Paradigmenwechsel hin zu virtualisierten Firmen, ermöglicht durch Informationsinfrastruktur, möglich. Dies wird bereits vielerorts praktiziert. Für diese Branchen ist die Erreichbarkeit des globalen Wissens und die Vernetzung mit Experten durch das Internet entscheidend. Die Erreichbarkeit einer Region durch Flughäfen oder Autobahnen, normalerweise Voraussetzung für den Transport industrieller Güter, ist hier zweitrangig.“

Ziel des Gesprächs von König mit Vertretern der Frankenberger Wirtschaft sei das Ausloten von Grenzen und Chancen, erklärte Brandenstein: „Wir wollen herausfinden, was für Frankenberg und die Region praktikabel ist. Die langfristige Ansiedlung solcher Zukunftstechnologien wäre für unsere Region ein riesiger Gewinn. Man könnte High Potentials die Möglichkeit zur beruflichen Rückkehr in diesen Raum geben, viele müssten ihre Heimat gar nicht erst verlassen, um attraktive Arbeitsplätze zu finden.“

(r)

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