Jüdische Vorfahren in Frankenau

Amerikanische Schwestern auf Spurensuche

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Nachfahren jüdischer Familie besuchen erstmals Frankenau:  (von links) Betreuerin Marion Schneider, Gerhard Keute, Björn Brede, Erika Keute, Karl-Heinz Keute, Eve Katz und Lorraine Hazan. In der Hand halten sie ein historisches Bild vom Haus Friedrichstr. 8, in dem ihre Mutter wohnte.

Frankenau. Eve Katz und Lorraine Hazan haben am Dienstag das Elternhaus ihrer jüdischen Mutter besucht. Die beiden US-Amerikanerinnen waren zu Gast in der Friedrichstraße 8 in Frankenau.

Dort ist Ruth Blum aufgewachsen und dort lebte sie bis 1934. Dann musste sie im Alter von 17 Jahren fliehen, um der Verfolgung durch das Nazi-Regime zu entgehen. „Wir sind froh, dass wir zu Gast in Deutschland sein können“, sagten die beiden Besucher aus Übersee im Gespräch mit Bürgermeister Björn Brede.

Die jetzigen Bewohner des Hauses, Erika und Karl-Heinz Keute, konnten ihnen viele Informationen aus der damaligen Zeit und zum Wohnhaus geben. In Frankenau und in Altenlotheim gab es bis zu Zeiten des Nationalsozialismus jüdisches Leben. Die meisten Juden mussten fliehen – Keute berichtete zudem von einer Person, die im KZ ermordet worden war.

Auch die beiden Brüder von Ruth Blum konnten noch rechtzeitig vor den Nazis fliehen. Sie verließen Deutschland 1933 über die Schweiz in die Vereinigten Staaten. Auch der spätere Mann von Ruth Blum, Salomon Friedman, konnte 1936 noch das Land verlassen. (rpp)

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Quelle: HNA

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