Abgesichert für Ernstfall

Amtsgericht, Betreuungsvereine und -behörde laden zum Tag der Vorsorge ein

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Beraten am 8. November: (hinten von links) Udo Kratz, DRK-Betreuungsverein, Christiane Nickling, Treffpunkt-Betreuungsverein, Hausarzt Stephan Eisfeld, (vorne) Richterin Regine Wagner, Alexandra Wege, Treffpunkt, und Agnes Happel, Lebenshilfe.

Frankenberg. „Die Menschen wollen selbstbestimmt leben“, erklärt Udo Kratz den steigenden Informationsbedarf bei Patientenverfügung, gesetzlicher Betreuung und Vorsorgevollmacht. Kratz sitzt im Büro des Betreuungsvereins des DRK-Kreisverbandes Frankenberg und berät für den Ernstfall.

Gemeinsam mit Betreuungsbehörde und Amtsgericht veranstalten die drei Betreuungsvereine des DRK, des Treffpunkts und der Lebenshilfe den Tag der Vorsorge. Er findet am Freitag, 8. November, von 14 bis 16 Uhr im Atrium des Amtsgerichts in Frankenberg statt. Seit 2007 gibt es diese kostenfreie Veranstaltung alle zwei Jahre.

Vereine werden vorgestellt

Neben reichlich Informationsmaterial wird es einen Vortrag von Richterin Regine Wagner zu den rechtlichen Voraussetzungen geben. Stephan Eisfeld, Facharzt für innere Medizin, beleuchtet die Patientenverfügung aus medizinischer Sicht. Agnes Happel (Lebenshilfe) stellt an diesem Tag die drei Betreuungsvereine vor. Anschließend sind die Besucher aufgefordert, Fragen zu stellen.

Alle Vereine bieten unter der Woche Sprechzeiten an. Es ist jedoch sinnvoll, im Voraus eine konkrete Uhrzeit abzusprechen. „Eine Patientenverfügung ist nicht in ein paar Minuten gemacht, das dauert schon mal eine Stunde“, erklärt Agnes Happel. „Die Menschen machen sich mehr Gedanken darüber, was wird, wenn sie ins Krankenhaus müssen“, berichtet Christiane Nickling vom Treffpunkt im Hinblick auf die Patientenverfügung.

„Durch den ausgewählten Betreuer haben die Menschen die Möglichkeit, bis an das Lebensende ihre Autonomie zu erhalten“, nennt Kratz den größten Vorteil einer Vorsorgevollmacht. Dabei sei es sehr wichtig, einen Menschen des eigenen Vertrauens als Betreuer zu bestimmen.

Für die Gebühr von 15,50 Euro können die Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung bei der Bundesnotarkammer abgelegt werden. Unter www.vorsorgeregister.de gelangt man zur Onlineregistrierung. Das Formular ist ebenfalls bei den Betreuungsvereinen erhältlich. Außerdem ist es Bestandteil der Broschüre zum Betreuungsrecht, die am 8. November am Tag der Vorsorge im Frankenberger Amtsgericht ausliegen wird. „Das zuständige Amtsgericht fragt immer erst bei der Bundesnotarkammer nach, ob der Betroffene Vorkehrungen getroffen und dort abgelegt hat“, erklärt Kratz.

Spezielle Bereiche in der Gesundheitsfürsorge und der Freiheitsentziehung müssten jedoch extra aufgeführt werden. „Vor dem Gericht reicht dort die Vollmacht nicht aus“, betont Kratz.

Beide sollen kommen

Wichtig sei, dass beide, Vollmachtnehmer und -geber, zum Gespräch kommen: „Manche sind regelrecht überrascht, wenn sie hören, dass der zukünftige Betreuer informiert werden und ebenfalls eine Unterschrift leisten muss“, berichtet Alexandra Wege vom Treffpunkt in Frankenberg.

Von Gudrun Skupio

Quelle: HNA

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