Battenberg

Anderen Menschen ein Vorbild sein

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- Battenberg (da). Als im Nachbarhaus ein Feuer ausbrach, reagierte Bernd Bergener schnell: Er stellte eine Leiter an die Hauswand, so dass sich sein 13-jähriger Neffe Richard Bergener und dessen Freund Maurice Mannweiler aus dem verqualmten Gebäude retten konnten. Axel Wintermeyer, Chef der Hessischen Staatskanzlei, belobigte am Freitag Bernd Bergener. „Mit Ihrem beherzten Eingreifen haben Sie zwei Leben gerettet“, sagte er bei der Ehrung im Battenberger Rathaus.

Es war der 20. November 2010, ein Samstag. Gegen 12 Uhr gerät in einem Haus in der Loon-op-Zand-Straße in Dodenau ein Herd in Brand. Die Feuerwehr wurde alarmiert. Über den Funkmeldeempfänger seines Stiefsohns Jens Graw, der in der Dodenauer Wehr aktiv ist, erfuhr Bernd Bergener von dem Feuer. Als er die Adresse hörte, wusste er sofort, dass es sich um das direkt gegenüberliegende Haus seines Bruders handelt. Dessen Sohn Richard und sein Freund Maurice Mannweiler befanden sich noch im Obergeschoss des Hauses. Bernd Bergener überlegte nicht lange, holte eine Leiter und stellte sie an das Gebäude. So konnten sich die beiden Jungen aus dem verrauchten Haus retten.

Es habe eben „alles gepasst“, sagte Bergerner gestern. Zufällig sei er am Samstagmittag zu Hause gewesen, und zufällig habe auch die Leiter seines Vater bei ihm gelegen. Zwar habe es nur wenige Minuten gedauert, bis die Feuerwehr eintraf. „Aber wenn man selbst betroffen ist, merkt man, wie lange diese Zeitspanne ist.“ Eigentlich habe Bernd Bergener die Belobigung gar nicht annehmen wollen, berichtete der Minister. Schließlich handele es sich bei der Tat um etwas Selbstverständliches. Er wolle aber, dass sich andere Menschen daran ein Beispiel nähmen. „Wir hoffen, dass Sie für viele Menschen ein Vorbild sind“, sagte Wintermeyer.

Landrat Reinhard Kubat berichtete, es sei schon die dritte Ehrungsfeier im Landkreis in diesem Jahr. „Ich bin stolz, dass es Menschen gibt, die unter Hintanstellung eigener Gefährdungen bereit sind, andere zu retten.“ Bürgermeister Heinfried Horsel sprach von einer „nachahmenswerten Tat“.

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