Prozess in Marburg

Angeklagte gestehen Anschlag auf Asylbewerberheim

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Wohratal-Wohra - Das Jugendschöffengericht hat am Montag vier Männer aus Wohratal und Kirchhain wegen ihres Angriffs auf das Asylbewerberheim in Wohratal am 12. Januar verurteilt.

Das Gericht unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Cai Adrian Boesken wendete dabei eine Sonderregelung im Jugendstrafrecht an: Das Gericht hat die Schuld der geständigen Angeklagten festgestellt und eine Bewährungsdauer von zwei Jahren festgesetzt. Sollten sie dieser Zeit noch einmal straffällig werden, so droht ihnen eine Jugendstrafe von mindestens sechs Monaten. Außerdem verhängte das Jugendschöffengericht gegen jeden der Angeklagten zwei Wochen "Warnschus"-Arrest. Zudem müssen sie jeweils 30 Arbeitsstunden leisten.

Alle vier Männer hatten am Montagmorgen über ihre Anwälte ihre Geständnisse wiederholt. Sie waren wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch angeklagt. Zum Tatzeitpunkt waren die Angeklagten 18 beziehungsweise 19 Jahre alt.

Richter Boesken erklärte in der Urteilsbegründung, dass das Gericht "echte, deutliche Reue" vermisst habe. Dass die Angeklagten radikales Gedankengut hätten, ergebe sich allein aus der Tatsache, dass sie sich ein Asylbewerberheim ausgesucht hätten.

Vor dem Amtgerichtsgebäude kam es während der Verhandlung zu einer Kundgebung von Mitgliedern der Marburger Antifa. Sie erklärten sich solidarisch mit den Bewohnern des Asylbewerberheimes.

Mehr lesen Sie in der Frankenberger Zeitung vom Dienstag, 24. Juni.

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