Gerichtsverhandlung in Frankenberg gegen zwei Männer ausgesetzt

Angriff, um die Ehre der Schwester zu retten

Frankenberg - Völlig unterschiedliche Aussagen, fehlende Zeugen und einige Erin-nerungslücken in Verbindung mit dem Versuch, die Ehre eines Familienmitglieds zu retten: Vor dem Amtsgericht gab es gestern mehr offene Fragen als Antworten.

Für ein Urteil gab es viel zu viele Unklarheiten in der Verhandlung gegen zwei Männer aus dem Frankenberger Land, die wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt sind. Sie sollen im Januar einen 20-Jährigen Mitbewohner in einem Wohnheim angegriffen und ihn mit einer Eisenstange verletzt haben.

Der jüngere der beiden Angeklagten räumte ein, er habe den damaligen Mitbewohner zur Rede stellen wollen, um die Ehre seiner Schwester zu verteidigen. Diese sei von dem damals 19-Jährigen sexuell belästigt worden.

Den Vorwurf der Körperverletzung bestritt er: Er habe seinen Mitbewohner lediglich zu einem Gespräch auffordern wollen und ihn am Kragen gepackt. Dann hätten andere sie auseinandergebracht, und der spätere Geschädigte habe eine Tasse nach ihm geworfen. Daraufhin habe er sich mit einer leeren Plastikflasche gewehrt. Erst dann sei der andere Angeklagte, ein 27-jähriger Zimmernachbar, hinzugekommen.

Die Version des 20-jährigen Geschädigten klang um einiges dramatischer. Danach waren gleich mehrere Männer auf ihn losgegangen, hatten ihn mit verschiedenen Gegenständen - darunter ein Wasserkocher - beworfen und ihn mit einer Eisenstange geschlagen. Von Anfang an hätten sie ihm gedroht, ihn umzubringen, wiederholte der 20-Jährige mehrfach.

Von einer Eisenstange oder einer Hantel wollten die Angeklagten nichts wissen. Sie erinnerten sich lediglich an eine Fahrradpumpe, über die der ältere der beiden gestolpert sei.

Die Verhandlung wurde ausgesetzt und wird später fortgesetzt.

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