Zehn Soldaten der Burgwaldkaserne kehrten von ihrem Afghanistan-Einsatz zurück

Angst ist immer Begleiter

Wieder zurück: Soldaten der Frankenberger Burgwald-Kaserne mit dem Bundestagsabgeordneten Ullrich Meßmer (Mitte) und Kommandeur Thomas Mauer (links daneben). Foto: Dowe

frankenberg. Wohl behalten sind zehn Soldaten der Frankenberger Burgwaldkaserne von ihrem Einsatz in Afghanistan zurückgekehrt. Doch die Freude, wieder in der Heimat zu sein, wird überschattet von der Betroffenheit über die jüngsten Ereignisse in Kundus. Nachdem dort erneut vier deutsche Soldaten ums Leben gekommen sind, hat sich die Lage auch am Standort Mazar-e Scharif zugespitzt. Zurzeit sind dort 62 Dienstposten der Burgwaldkaserne und der Schwesterbataillone in Nienburg, Donauwörth und Daun (Eifel) stationiert.

Ullrich Meßmer, Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Waldeck und Mitglied des Verteidigungsausschusses (SPD), besuchte gestern die Burgwaldkaserne, um sich von den Soldaten die Lage vor Ort schildern zu lassen. Seit Februar waren die Soldaten in Afghanistan im Einsatz.

„Die Soldaten sind sich ihrer Verantwortung und der damit verbundenen Risiken bewusst“, sagte der Abgeordnete. Durch den engen Kontakt zu Thomas Mauer, dem Kommandeur der Burgwaldkaserne, wolle er die militärischen Strukturen besser verstehen lernen. Erst seit wenigen Monaten ist der aus Calden stammende Politiker im Verteidigungsausschuss aktiv. Dabei wünscht sich der 54-Jährige eine breitere Debatte über die Berechtigung des Afghanistan-Einsatzes. „Man darf die deutschen Streitkräfte, die immerhin im Auftrag des Parlamentes arbeiten, nicht verunsichern“, sagte Meßmer. Deshalb sei eine intensivere Aufklärung notwendig, um die konkreten Ziele des Einsatzes für die Öffentlichkeit transparenter zu machen.

Was die Sicherheit der Streitkräfte in Afghanistan in Hinblick auf die neuerlichen Anschläge betrifft, will Hauptmann Thomas Große, der in der Kaserne für die Pressearbeit verantwortlich zeichnet, nichts beschönigen: „Unsere Sicherheitsstandards sind sehr hoch. Aber das ist keine Garantie. Wir können nicht in die Köpfe der Taliban schauen – man weiß nie, was sie als nächstes planen.“ So sei die Angst im Einsatz auch ein ständiger Begleiter.

Mit täglichen Lageberichten werden die Kameraden in der Heimat über aktuelle Entwicklungen informiert. Die Kommunikation zwischen den Soldaten und ihren Angehörigen wird über die Familienzentren in der Region koordiniert.

Von Kristin Dowe

Quelle: HNA

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