Hatzfeld

„Angst der Menschen ist groß gewesen“

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- Hatzfeld (da). „Hierher aufs Land will ja doch kein Arzt“, hätten viele Hatzfelder zu ihr gesagt, berichtet die Pfarrerin. Sie freut sich für die Menschen, dass im August wieder eine Praxis öffnet.

„Die Angst der Menschen, dass kein Arzt mehr nach Hatzfeld kommen wird, ist schon sehr groß gewesen“, sagt die Hatzfelder Pfarrerin Gudrun Ungerer. „Ich bin sehr froh und dankbar, dass die medizinische Versorgung bald wieder über einen Arzt im Ort gewährleistet ist.“

Sie dankt Bürgermeister Uwe Ermisch für seine Bemühungen. „Es ist beachtlich, wie schnell ein Nachfolger für Dr. Kaps gefunden wurde. Meistens dauert es wesentlich länger, bis eine Praxis auf dem Land wieder mit einem geeigneten Arzt besetzt werden kann.“

Wie berichtet eröffnet am 15. August die Gemündener Gemeinschaftspraxis Uffelmann/Stenner eine Zweigstelle in Hatzfeld. Dr. Kaps, der viele Jahre in Hatzfeld praktiziert hatte, trat zum 31. März in den Ruhestand. Erleichtert ist die Pfarrerin aber auch, „dass endlich alle Spekulationen aufhören – und das Gerede darüber, dass ja doch kein Arzt nach Hatzfeld will“.

Viele Hatzfelder hätten sie angesprochen und geklagt, dass kein Arzt aufs Land wolle. „Und wenn er denn will, dann will seine Frau nicht“, erzählt die Pfarrerin. Oft sei ihr erzählt worden, dass ein Arzt Interesse habe. „Aber weil Hatzfeld keine Straßenbahn hat, wollte die Ehefrau nicht.“ Ein interessanter Gedanke, findet Gudrun Ungerer. „Wo sollte die wohl herfahren? Selbstverständlich zur Kindertagesstätte und zur Schule, zum Edeka, zum Rathaus und natürlich zum regelmäßigen Blumengießen am Friedhof vorbei.“

Mehr lesen Sie in der FZ vom Samstag, 28. Mai.

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