Ex-Landrat

Anklage gegen Ex-Landrat Eichenlaub wegen Untreue, Bestechlichkeit und Betrug

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Anklage am Landgericht Kassel: Der ehemalige Waldeck-Frankenberger Landrat Helmut Eichenlaub soll sich bei Geschäften mit einer Schweizer Bank mehr als 100 000 Euro in die eigene Tasche gesteckt haben. Archivfoto:  nh

Waldeck-Frankenberg. Gegen den ehemaligen Waldeck-Frankenberger Landrat Helmut Eichenlaub ist beim Landgericht Kassel Anklage erhoben worden. Ihm werden gewerbsmäßige Untreue, gewerbsmäßige Bestechlichkeit sowie Betrug zur Last gelegt.

„Herr Eichenlaub soll für die Sparkasse Waldeck-Frankenberg, deren Verwaltungsratsvorsitzender er war, Geldanlagegeschäfte mit einer Schweizer Privatbank vermittelt und aus diesen persönliche finanzielle Vorteile gezogen haben“, teilte Staatsanwalt Dr. Götz Wied aus Kassel am Montag auf HNA-Nachfrage mit. Insgesamt soll Eichenlaub damit rund 100 000 Euro unrechtmäßig erhalten haben.

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Um die Höhe der Zahlungen günstig für sich zu beeinflussen, soll Eichenlaub laut Anklage gemeinsam mit dem damaligen Vorsitzenden der Geschäftsleitung der Schweizer Bank die Konditionen für die Geldanlage angepasst haben. Diese Anpassung soll sich einerseits zum Vorteil Eichenlaubs und zum Vorteil der Schweizer Bank und andererseits zum Nachteil des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft des Landkreises ausgewirkt haben.

Neben dem Eigenbetrieb Abfallwirtschaft soll Helmut Eichenlaub auch den Landkreis Waldeck-Frankenberg für die Sparkasse Waldeck-Frankenberg an die Schweizer Privatbank vermittelt haben. Dabei soll er die üblichen Gebühren vereinbart haben, die jeweils zur Hälfte wieder an ihn zurückflossen. Eine entsprechende Vereinbarung soll er schon zuvor mit dem Vorsitzenden der Schweizer Bank getroffen haben.

Des Weiteren wird dem ehemaligen Landrat vorgeworfen, kurz vor Ende seiner am 31. Dezember 2009 ausgelaufenen Amtszeit, einen Privat-Unfall seines Sohnes mit dem Privat-Pkw gegenüber dem Landkreis als eigenen Unfall anlässlich einer Dienstfahrt gemeldet zu haben. Ihm soll es dabei darum gegangen sein, eine Höherstufung in der eigenen Vollkaskoversicherung zu vermeiden. Der Kommunalversicherung soll dadurch ein Schaden von ca. 3300- Euro entstanden sein. (jpa)

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Quelle: HNA

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