48-Jähriger muss sich vor Gericht verantworten

Prozess: Vater führte "Terrorregiment"

Marburg. Ein Fall von Kindesmissbrauch wird ab Donnerstagnachmittag vor dem Marburger Landgericht verhandelt: Ein 48-jähriger Familienvater ist dabei angeklagt, weil er seine sieben Kinder neun Jahre lang misshandelt und gequält sowie eine Tochter und ein Nachbarsmädchen vergewaltigt haben soll.

Staatsanwältin Kerstin Brinkmeier sprach von einer „Art Terrorregiment“ in der Familie. Die Kinder – sogar Vierjährige – sollen regelmäßig grundlos verprügelt, bedroht und erniedrigt worden sein. Ein Beispiel: Am Abendbrottisch drückte er den Kopf einer Tochter in den vollen Nudeltopf, legte ein Fleischerbeil auf den Tisch und drohte, ihr die Hand abzuhacken.

Die älteste Tochter soll er ab dem Alter von 14 Jahren vergewaltigt und zum Sex mit Mutter und Tante gezwungen haben. Auch eine Nachbarstochter hat der Anklage zufolge missbraucht. Der Fall flog im Sommer vergangenen Jahres auf, nachdem sich die älteste Tochter und eine weitere Schwester dem Mitarbeiter einer sozialen Initiative anvertrauten.

Der arbeitslose Vater sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Er streitet die Vorwürfe ab. Alle sieben Kinder sind nach Auskunft der Staatsanwaltschaft schwer traumatisiert. Die vier bis 16 Jahre alten Heranwachsenden leben heute zum Teil in der Psychiatrie, zum Teil in Pflegefamilien. Auf die Ehefrau kommt noch ein eigenes Strafverfahren zu. (zgc)

Quelle: HNA

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