59-Jähriger soll 24 000 Euro veruntreut haben

Anleger schienen „von Gier gepackt“

Frankenberger Land. Mit dubiosen Renditeversprechen hat ein Versicherungskaufmann aus dem Frankenberger Land zwei Kunden um insgesamt fast 24 000 Euro geprellt. Vom Marburger Amtsgericht ist der 59-Jährige jetzt wegen Betrugs in 14 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

„Die Leute scheinen auch von der Gier gepackt worden zu sein“, kommentierte Richterin Nadine Bernshausen das Geschehen, das sich laut Anklage zwischen November 2008 und September 2009 abgespielt hat. Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, einer Frau aus dem Oberen Edertal und einem Mann aus dem Raum Biedenkopf eine Rendite von 160 Prozent für Anlagen in Sparbriefen versprochen zu haben. Von der Frau habe er in Teilbeträgen etwa 16 500 Euro, von dem Mann insgesamt 7500 Euro zur Anlage erhalten, das Geld jedoch in die eigene Tasche gesteckt, so der Vorwurf.

Über seinen Anwalt ließ der Mann sich weitgehend geständig ein. Natürlich habe er gewusst, dass derartige Renditen nicht zu erzielen seien. Allerdings habe er das Geld nicht behalten, sondern einem Gießener Versicherungskaufmann übergeben, der inzwischen verstorben sei. Bei diesem sei er zwei Jahre angestellt gewesen und habe noch 5000 Euro an Provisionsansprüchen gehabt. Der Gießener habe ihm im Gegenzug zu den dubiosen Geschäften versprochen, seine Ausstände zu begleichen, dazu sei es aber auch nicht gekommen.

Die Geschichte müsse so geglaubt werden, weil das Gegenteil nicht zu beweisen sei, so Staatsanwalt und Gericht. „Ich habe so meine Zweifel an der Geschichte“, betonte der Ankläger in seinem Plädoyer. Jedoch hätten die Ermittlungen ergeben, dass das Geld auf keinem der Konten des Angeklagten eingezahlt worden sei. Verurteilt werden müsse der Mann zudem wegen Verstoßes gegen das Kreditwesengesetz. Denn für derartige Finanzgeschäfte habe ihm auch die Genehmigung gefehlt. Trotz einschlägiger Vorstrafen sei eine Bewährung möglich, so der Staatsanwalt.

Sein Mandant sei gesundheitlich und finanziell angeschlagen gewesen, betonte der Rechtsanwalt. Das entschuldige die Taten natürlich nicht. Im Endeffekt sei er der große Verlierer, denn die Frau habe inzwischen das Geld inklusive versprochener Rendite eingeklagt und Recht bekommen. Der 59-Jährige sei im Rahmen seiner Möglichkeiten bemüht Schadensersatz zu leisten, könne aber nur 25 Euro monatlich pro Geschädigtem leisten.

Jeden Monat zurückzahlen

Diese Summe muss der Mann nun als Bewährungsauflage jeden Monat an die Frau und den Mann zahlen. Wie der Staatsanwalt vorrechnete, dauere die Wiedergutmachung so fast 500 Monate, „und das werden Sie nicht erleben“. Alles halbe Jahr muss der Verurteilte seine Einkommensverhältnisse offenlegen, damit das Gericht prüfen kann, ob höhere Raten getilgt werden können. (kse)

Quelle: HNA

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