Prozess um Vergewaltigung einer schlafenden Frau wurde fortgesetzt

Anruf: „Holt mich da raus“

Marburg/Frankenberg. Im Prozess, in dem zwei Männer aus dem Frankenberger Land wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung einer schlafenden Frau vor Gericht stehen, sind am Donnerstag weitere Zeugen vor dem Marburger Landgericht vernommen worden.

Zwei 32- und 38-jährige Männer aus dem Frankenberger Land sind angeklagt, eine 25-Jährige Frau vergewaltigt zu haben. Einem der beiden wird zudem Körperverletzung vorgeworfen. Mit der Vernehmung weiterer Zeugen versuchte die Kammer an diesem dritten Verhandlungstag, die Geschehnisse am fraglichen Abend in Frankenberg näher zu beleuchten.

Unstrittig ist, dass die Geschädigte zusammen mit einem Freund zunächst freiwillig in die Wohnung des älteren Angeklagten gekommen war, wo man gemeinsam Alkohol und LSD konsumierte. Laut Anklageschrift wurde der Freund der Geschädigten später hinausgeworfen und die unter Drogen stehende Frau von beiden Angeklagten vergewaltigt. Diese sagten jedoch aus, der Geschlechtsverkehr habe einvernehmlich stattgefunden.

Dazu wurden nun Zeugen befragt, die unmittelbar vor und nach der Tat Kontakt mit der jungen Frau hatten. So bestätigte die Mutter der Frau, dass ihre Tochter sich, während sie in der Wohnung festgehalten wurde, per Telefon beim damaligen Freund der Mutter gemeldet habe. In dem kurzen Telefonat, bei dem das Telefon weitergereicht wurde, habe sie darum gebeten, sie „da rauszuholen“. „Das hat sie auch zu mir gesagt“, so die Zeugin. Ebenfalls sagte die Zeugin, dass die Angeklagten der Geschädigten im Nachhinein Geld angeboten hätten, um sie zu einer Rücknahme der Strafanzeige zu bewegen.

Zudem sagten Polizeibeamte aus, die nach dem Hilferuf der Geschädigten in der Wohnung eintrafen. Sie habe „hilflos und verängstigt“ gewirkt, berichtete ein Beamter. Die Frage, ob sie sich freiwillig in der Wohnung aufhalte, habe sie verneint. Eine weitere Polizistin sagte aus, die 25-Jährige habe zunächst „lautlos geweint“, später habe sie dann mehrmals zusammenhängend und stimmig von den Vorfällen berichtet.

Die Verhandlung der Ersten Strafkammer unter Vorsitz von Richter Dr. Carsten Paul wird Anfang Oktober fortgesetzt. (mav)

Quelle: HNA

Kommentare