Frankenberg: Tausende feiern mit der Bundeswehr

Appell und Tag der offenen Tür zum Kasernenjubiläum

Frankenberg - Am 18. Juli 1962 wurden auf dem Obermarkt die ersten Soldaten der neuen Burgwaldkaserne begrüßt. Ein feierlicher Appell an gleicher Stelle bildete am Samstagvormittag den würdigen Rahmen, um auf ein halbes Jahrhundert Bundeswehr in der Ederstadt zurückzublicken.

Vieles hat sich verändert in den vergangenen 50 Jahren. Die Burgwaldkaserne haben kalte Kriege und Strukturreformen überstanden - und Frankenberger Soldaten befinden sich seit zehn Jahren auch im gefährlichen Auslandseinsatz. Doch eines ist geblieben: Wie eng die Kaserne mit der Zivilbevölkerung verbunden ist, zeigte sich am Samstagmorgen, als neben geladenen Gästen auch zahlreiche Frankenberger den feierlichen Appell auf dem Obermarkt verfolgten. „Wir wollen feiern, dass seit 50 Jahren die Bundeswehr hier in Frankenberg ein sehr angenehmes Zuhause gefunden hat“, sagte Oberstleutnant Elmar Henschen, Kommandeur des Bataillons Elektronische Kampfführung 932. „Wir wollen feiern, dass wir Soldaten hier vollständig in die Gesellschaft integriert sind. Frankenberg und Bundeswehr sind in diesen fünfzig Jahren zu einer festen Einheit geworden.“

Henschen erinnerte an die Bedeutung der Fernmelder während des Kalten Krieges. „Hier haben Frankenberger Aufklärer wichtige Beiträge zum Lagebild über die Armeen ostwärts des Eisernen Vorhangs geliefert. Dank unserer Aufklärung war die politische und militärische Führung der Bundesrepublik Deutschland immer gut informiert über Strategie und Ausrüstung der Sowjetunion und ihrer Satellitenstaaten.“ Dieser Erfolg gelte heute noch „in der Aufklärung unserer asymmetrischen Gegner im internationalen Kampf gegen den Terror“. Bürgermeister Rüdiger Heß betonte ebenfalls die enge Verbundenheit zwischen Bürgern und Soldaten der Garnisonsstadt. Er erinnerte an die Standortentscheidung des Bundesverteidigungsministeriums. „Im Rahmen der ersten Planungen war gar nicht klar, ob das Jubiläum eventuell auch vor dem Hintergrund einer künftigen Schließung des Standortes Frankenberg hätte begangen werden müssen. Dann hätten wir heute sicherlich nicht in diesem großen Rahmen gefeiert.“

Das heutige EloKa-Bataillon 932 habe im Laufe der vergangenen Jahrzehnte viele Entwicklungen erfahren. „Einen hohen Stellenwert nehmen auch die Auslandseinsätze des Bataillons auf dem Balkan und in Afghanistan ein. Wir sind alle froh, wenn die Soldaten wieder wohlbehalten an ihren Standort Frankenberg zurückkehren.“ Schließlich sei der 7. Juni 2003 immer noch im Bewusstsein der Frankenberger Bürgerschaft verankert, als bei einem heimtückischen Anschlag in Kabul auch Soldaten des Eloka-Bataillons 932 getötet und verletzt wurden. „Die Geschichte eines Bundeswehr-Standorts hat auch mit der Geschichte einer Region zu tun“, sagte die hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann. „Es ist gelungen, die Bundeswehr fest in der Gesellschaft zu verankern.“ Sie bedaure, dass auch in ihrer Partei die Abschaffung der Wehrpflicht eine Mehrheit gefunden habe.

Brigadegeneral Thomas Berghoff, Kommandeur des Kommandos Strategische Aufklärung in Gelsdorf, verwies ebenfalls auf die gewachsene Verbindung. „Hier in der Region wird Integration seit jeher praktiziert.“ Berghoff erläuterte, dass im Zuge der Strukturreform Soldaten nach Frankenberg versetzt würden. „Nehmen Sie nie Neuen mit offenen Armen auf.“

Das Heeresmusikkorps 2 unter der Leitung von Reinhard Kiauka, das wie das EloKa-Bataillon von der Schließung im Zuge der Strukturreform verschont wurde, umrahmte den Appell und spielte im Anschluss zum Platzkonzert auf.

Am Samstagnachmittag folgte ein Tag der offenen Tür in der Burgwaldkaserne.

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