Neuer Hatzfelder Bürgermeister eingeführt

Applaus und Bagger für Dirk Junker

Am 1. Mai wird Dirk Junker (Mitte) Bürgermeister in Hatzfeld. Am Freitag wurde er von Parlamentschef Arno Reitz (links) ins Amt eingeführt. Vorgänger Uwe Ermisch wird am nächsten Freitag verabschiedet.Foto: Mark Adel

Hatzfeld - Zum 1. Mai beginnt die Amtszeit von Dirk Junker. Er wolle keine "Hinterzimmerpolitik" betreiben, sondern "transparente Entscheidungen" treffen, kündigte er nach seiner Amtseinführung am Freitag an: "Wir reden immer vom mündigen Bürger, behandeln wir ihn auch so."

„Ich wünsche Ihnen viel Glück und eine gute Hand“: Mit diesen Worten gratulierte Hatzfelds Noch-Bürgermeister Uwe Ermisch (SPD) seinem parteilosen Nachfolger Dirk Junker zum neuen Amt. Am Freitagabend wurde Junker im Rahmen einer Stadtverordnetenversammlung von Stadtverordnetenvorsteher Arno Reitz (Bürgerliste Reddighausen) vereidigt und unter dem Applaus der Gäste im Hatzfelder Bürgerhaus ins Amt eingeführt. Uwe Ermisch verlas die Ernennungsurkunde.

Rund 250 Besucher verfolgten die Amtsübergabe, die zum 1. Mai wirksam wird. Familienmitglieder und Freunde, aber auch die Landtagsabgeordneten Reinhard Kahl (SPD), Claudia Ravensburg (CDU), der Bundestagsabgeordnete Edgar Franke (SPD) sowie einige Bürgermeister oder Vertreter aus der Region verfolgten die Zeremonie, an die sich ein Essen anschloss.

Der Burgwalder Bürgermeister Lothar Koch gratulierte im Namen der Kollegen - und berichtete auf humorige Weise, dass Bürgermeister stets zwischen zwei Stühlen sitzen. „Wenn mir vor einem Jahr jemand erzählt hätte, ich würde heute als Hatzfelder Bürgermeister eingeführt werden - ich hätte ihn für verrückt erklärt“, sagte Dirk Junker. Er kündigte in seiner Rede einen veränderten Politikstil an. Er trete der Aufgabe „voller Zuversicht und Freude“ gegenüber. „Ich werde mich in das Amt einfinden müssen und meinen eigenen Weg finden“, erklärte der künftige Bürgermeister.

Er werde die Interessen aller Hatzfelder vertreten. „Wenn Sie aus meinem Mund Hatzfeld hören, meine ich immer das gesamte Stadtgebiet.“ Junker erklärte, Wert lege er zudem auf die Zusammenarbeit mit Ortsbeiräten und Ortsvorstehern. Der designierte Bürgermeister dankte seinen Mitbewerbern. „Ich empfand den Umgang untereinander immer als fair.“ Alle vier weiteren Kandidaten zur Wahl im vergangenen Jahr - Eckhard Wenzel (SPD), Werner Keller (CDU), Ralf Schärer (Bürgerliste Reddighausen) und Oliver Zissel (Bürgerliste Holzhausen) nahmen an der Einführung teil. Junkers Dank galt auch seiner Familie.

In der ersten Sitzung nach der Sommerpause wolle er zu den wichtigsten Themen Stellung beziehen und eigene Vorschläge unterbreiten. Bis dahin wolle er die Verwaltung und die Mitarbeiter kennenlernen und sich mit den Themen befassen. „Wir stehen in Hatzfeld vor großen Herausforderungen.“

Nach der Einführung bildete sich eine lange Schlange aus Gratulanten. Ein Geschenk hatte besonderen Symbolcharakter: Marcus Bettelhäuser, Fraktionschef der Bürgerliste Reddighausen, überreichte das Modell eines Baggers. Damit sollten die Gräben wieder zugeschüttet werden. Reddighausen war das einzige Wahlbezirk, in dem Junker nicht die Mehrheit der Stimmen erreicht hatte. Stadtrat Ralf Schärer hatte gegen Junker in der Stichwahl verloren. Dirk Junker hatte 53,2 Prozent der Stimmen erreicht.

Uwe Ermisch ist seit 1989 Bürgermeister in Hatzfeld und ist noch der dienstälteste Verwaltungschef in Waldeck-Frankenberg. Er wird am nächsten Freitag im Rahmen einer ebenfalls öffentlichen Parlamentssitzung im Bürgerhaus verabschiedet und geht am 30. April in den Ruhestand. Er soll zum Ehrenbürgermeister ernannt werden.

Für Unterhaltung sorgten das „Chörchen“ unter der Leitung von Kurt Wagner und der Posaunenchor, in dessen Namen Willi Miß dem neuen Verwaltungschef gratulierte.

Von Mark Adel

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