Nur ein Aprilscherz: Wirtschaft baut keine Ortsumgehungen

Waldeck-Frankenberg. Waldeck-Frankenberg. Haben Sie es gemerkt, liebe Leser? Die Meldung, dass die heimische Wirtschaft fehlende Ortsumgehungen im Landkreis bauen will, war unser Aprilscherz.

Angesichts der Diskussion um den Schwerverkehr und den Lärmschutz in den Orten, durch die Bundesstraßen führen, hatten wird dieses Thema gewählt. Wir hatten uns folgende Geschichte ausgedacht: Die fehlenden Ortsumgehungen im Zuge der Bundesstraße 252 sollen mit privatem Geld gebaut werden.

Mehrere Unternehmen aus dem Landkreis haben sich zu einem Aktionsbündnis zusammengeschlossen, um die Ortsumfahrungen für Twiste, Berndorf, Dorfitter und Burgwald jetzt schnellstmöglich zu realisieren. Hintergrund ist das neue Nachtfahrverbot für Lastwagen. Die Unternehmen wollen den Straßenbau privat finanzieren und die Bundesstraße dann als teilweise mautpflichtige Strecke - mit Gebühren für auswärtige Lastwagen - betreiben.

Dass die Firmen selbst die Ortsumgehungen bauen und eine Maut erheben wollen, war natürlich nur der Phantasie der HNA-Redaktion entsprungen. Genauso wie die Meldung wonach noch Sponsoren für die Bauarbeiten an den Ortsumgehungen igesucht werden, die dann ihr Firmenlogo in den Asphalt verewigen können. Obwohl diese Idee gar nicht so abwegig ist: Der Hinweis im Text, dass die Gemeinde Niederzimmern (Thüringen) auf ähnliche Art die Reparatur von Schlaglöchern finanzieren will, ist tatsächlich wahr. (mam)

Hier der Aprilscherz-Text:

Wirtschaft will die Ortsumgehungen bauen

Knapp zwei Wochen vor Einführung des neuen Nachtfahrverbotes für Lastwagen auf der Bundesstraße 252 am 18. April kommt Bewegung in die seit Jahren festgefahrene Verkehrsdiskussion im Landkreis.

Mehrere Unternehmen haben die Initiative ergriffen, um die fehlenden Ortsumgehungen entlang der viel befahrenen Nord-Süd-Achse jetzt schnellstmöglich zu bauen. Die Pläne sehen vor, dass die Unternehmen den Straßenbau finanzieren und die B 252 anschließend als teilweise mautpflichtige Strecke betreiben.

Dadurch wollen sie erreichen, dass das Nachtfahrverbot aufgehoben wird. Zwar gibt es beim Verbot, das von 22 bis 6 Uhr gilt, zunächst eine zweimonatige Lärm-Testphase mit Ausnahmegenehmigungen für die heimische Wirtschaft. Doch die Unternehmen fürchten, künftig in ihren Betriebsabläufen massiv beeinträchtigt zu werden.

Landrat Dr. Reinhard Kubat hatte kürzlich gar erklärt, der Wirtschaftstandort Waldeck-Frankenberg sei durch das Verbot in Gefahr. Der Vorschlag, die Umgehungen von Twiste, Berndorf, Dorfitter und Burgwald mit privatem Geld zu bauen, kommt von den beiden großen Unternehmen im Landkreis, Viessmann (Allendorf) und Continental (Korbach). Aber auch kleinere Unternhemen wie Hewi in Bad Arolsen oder Finger-Fertighaus in Frankenberg sind mit im Boot, bestätigte gestern April McDonald, Sprecherin der Continental AG in Hannover.

Diese erklärte, dass die Unternehmen den schnellstmöglichen Bau der Ortsumgehungen finanzieren wollen. Im Gegenzug erwarten sie, dass das Nachtfahrverbot zumindest für heimische Firmen dauerhaft außer Kraft gesetzt wird. Wie hoch die Investitionssumme sei, stehe noch nicht fest. Dazu liefen noch Berechnungen. Gegenfinanzieren wollen die Initiatoren des Projektes den Straßenbau durch eine benutzerabhängige Maut für die B 252. Fahrzeuge mit KB-Kennzeichen sollen diese auch weiterhin grundsätzlich kostenlos befahren dürfen.

Für auswärtige Lastwagen, die die B 252 bislang oft als kostenfreie Alternativroute zur mautpflichtigen Autobahn nutzen, werde eine Benutzungsgebühr eingeführt. Über deren Höhe und die Art der Abrechnung soll entschieden werden, wenn die Investitionskosten feststehen.

Verhandlungen laufen

Erste Gespräche mit den politisch Verantwortlichen haben bereits stattgefunden. Das bestätigte Landrat Kubat auf Anfrage unserer Zeitung. „Um eine dauerhafte Lösung der Verkehrsprobleme zu erreichen, benötigen wir eine konzertierte Aktion von Politik, Wirtschaft und allen relevanten gesellschaftlichen Kräften“, sagte er.

Kubat begrüßt die Initiative der Unternehmen zum Bau von Umgehungen, die den Verkehrsfluss beschleunigen, ohne die innerörtlichen Lagen zu belasten. In gemeinsamer Anstrengung müsse man daher versuchen, entsprechende Vorhaben zeitnah zu realisieren. Er habe seinen kürzlich ernannten Beauftragen für Zukunftsfragen Wolfgang Baraniak, beauftragt, umgehend mit den Verkehrsministerien in Wiesbaden und Berlin über eine schnelle Planung der Bauvorhaben zu verhandeln.

Quelle: HNA

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