Frankenberg

Arbeitstagung der Landseniorenvereinigung Nordhessen

- Frankenberg (gru). Um das Thema „Lebenslanges Lernen“ drehte sich ein Vortrag bei der Arbeitstagung der Landseniorenvereinigung Nordhessen in der Frankenberger Ederberglandhalle.

Von Kindergarten über Schule und Beruf bis hin zur dritten Lebensphase, dem Ruhestand, bleibe das Lernen ein notwendiger und überaus wichtiger Prozess, betonte Referent Gisbert Müller, der auch Geschäftsführer des hessischen Landseniorenverbandes ist. Es genüge nicht, sich auf Gelerntes zu verlassen. Nur wer weiterlerne, könne seinen Platz in der Gesellschaft behaupten: „Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Wer aufhört zu rudern, der treibt ab.“ Für erfolgreiches Lernen sei vor allem die Lernbereitschaft ausschlaggebend. Müller führte in diesem Zusammenhang ein Beispiel aus seiner Tätigkeit als Leiter der Landvolkshochschule an. Nach seiner Erfahrung würden ausschließlich die ohnehin schon „erfolgreichen“ Bauern in Lehrgänge investieren und so ihre Fähigkeiten verbessern. Die Bereitschaft zum Lernen hänge aber auch vom Umfeld des Lernenden ab. Müller habe in seiner 32-jährigen Zeit als Leiter der Landvolkshochschule oft erlebt, dass Kinder von Landwirten den Hof ihrer Eltern nicht übernehmen wollten. Er entdeckte bei einem Großteil dieser Fälle einen interessanten Zusammenhang: das Berufsbild des Landwirts war in diesen Familien äußerst negativ dargestellt worden. Mit einer so beeinflussten Lernbereitschaft sei es nicht verwunderlich, wenn Kinder später nicht den selben Beruf wie ihre Eltern ergreifen wollten. Die Vermittlung von Lernbereitschaft beginne also schon im Elternhaus. Doch auch im Alter müsse darauf geachtet werden, Lebenserfahrung nicht durch Klagen und Meckern zu kommunizieren, sondern konstruktiv, also mit konkreten Vorschlägen, Kritik zu üben. Denn: „Mit dem Wissen der Vergangenheit müssen wir in der Gegenwart für die Zukunft entscheiden“. Vor Gisbert Müllers Vortrag hatte bereits Rechtsanwalt Karl-Heinz Armbrust zum aktuellen Thema „Patientenverfügung und Betreuungsverfügung“ referiert. Zum Abschluss der Tagung stand ein Meinungs- und Erfahrungsaustausch der Mitglieder auf der Tagesordnung. Außerdem stellten die Vereinsvertreter aus Frankenberg, Waldeck, Biedenkopf, Fritzlar, Homberg, Hofgeismar, Wolfhagen und Ziegenhain Neuigkeiten aus ihren jeweiligen Regionen vor.

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