Arbeitsgruppe in Frankenau gegründet – Projekt mit konkreten Inhalten füllen

Arche-Region soll vorankommen

Arche-Projekt in Frankenau: Carsten Müller vom Naturpark zeigte auf, welche Vorhaben verwirklicht werden könnten. Foto:  Battefeld

Frankenau. Die 6,5 Millionen Euro für die Umsetzungsphase des Naturschutzgroßprojektes stehen seit 2009 bereit – jetzt soll das Teilprojekt Arche-Region Kellerwald mit konkreten Inhalten gefüllt werden: Rund 20 Frankenauer haben am Wochenende ihr Interesse an der Mitarbeit in einer Arbeitsgruppe bekundet, die aktiv die Entscheidungsprozesse mitgestalten soll.

Zur Erinnerung: Im Kerngebiet „Kulturlandschaft Frankenau und Wesetal“ des Naturschutzgroßprojektes (NPG) ist ein Praxismodell zur Errichtung einer „Arche Region“ geplant.

In einem bislang einzigartigen Modell soll naturschutzkonforme Landbewirtschaftung und die Erhaltung alter Haustierrassen mit einem ökonomisch und landschaftsgestaltenden Naturtourismus und wirkungsvoller Umweltbildung vereint werden. Frankenau soll als Südtor des Nationalparks zu einem attraktiven Besuchermagneten entwickelt werden. Angedacht ist unter anderem ein „Arche-Erlebnisweg“ sowie ein „Arche-Informationspunkt“.

„Wir müssen alle gemeinsam das Projekt koordinieren“, betonte der Frankenauer Bürgermeister Björn Brede, der mit dem zuständigen Vertreter des Naturparks, Carsten Müller, zur Gründungsversammlung der Arbeitsgruppe in den Waldecker Hof eingeladen hatte.

Es gebe zwar schon lange den Ruf nach einem hauptamtlichen Koordinator, dies könne jedoch nicht geleistet werden, sagte Brede. Daher solle die Arbeitsgruppe das Medium bilden, das bei der Gestaltung mitwirke – ähnlich dem Lenkungsausschuss beim Stadtumbau.

Zu-Arbeiter werden gebraucht

„Die Naturparkmitarbeiter brauchen Zu-Arbeiter aus Frankenau“, betonte der Frankenauer Bürgermeister. „Es kommt jetzt auf Ihre Initiative an, das mitzugestalten“, betonte auch Carsten Müller. Wichtig sei vor allem, dass sich regionale Akteure mit dem Projekt identifizierten.

„Die Gruppe soll Ansprechpartner vor Ort sein und möglichst engen Kontakt zu den Naturparkvertretern haben“, kündigte Müller an.

In einer offenen Diskussionsrunde wurde kritisch angemerkt, dass bereits vor fünf Jahren Ideen zum Projekt entwickelt worden seien. „Diese sollten wir aufgreifen“ forderte Werner Schelberg. Insbesondere plädierte er für die Gründung einer Genossenschaft: „Nur gemeinsam sind wir stark“. Björn Brede betonte, es sei wünschenswert, wenn eine aus Frankenauern Bürgern bestehende Arbeitsgruppe der Stadtverordnetenversammlung etwas mit auf den Weg gebe.

Auf die Frage nach konkreten Zahlen teilte Carsten Müller mit, für Wiesenpflege beispielsweise liege der Fördersatz bei circa 260 bis 280 Euro pro Hektar und damit höher, als bei landwirtschaftlichen Fördersätzen. Berücksichtigt werden könnten jedoch nur die Maßnahmen, die auch im förderfähigen Gebiet hinterlegt seien.

Von Susanna Battefeld

Quelle: HNA

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